Evolutionsbiologe Matthias Glaubrecht zeigt, wie die Vernichtung natürlicher Lebensräume und der Artenvielfalt mit Seuchen zusammenhängt und warum es sinnvoller ist, gegen die Zerstörung der Natur zu kämpfen anstatt gegen ein Virus. Viren haben schon immer die Menschheit beeinflusst - und neuerdings schafft der Mensch selbst die Voraussetzungen für neue Infektionskrankheiten. Weil wir die Welt verändern, lösen wir Pandemien aus, die wir dann nicht mehr beherrschen. Denn weltweit schlummern in Tieren - vom Pangolin bis zur Pute, von Fledermäusen bis zu Rindern - zahllose Erreger, die auch Menschen infizieren. Unsere globalisierte, immer dichter von Menschen besiedelte Welt macht es zunehmend wahrscheinlich, dass dadurch bald noch gefährlichere Pandemien verursacht werden - weil die Wildnis zerstört wird, riesige Flächen entwaldet werden und durch Jagd und Wilderei, weltweiten Handel und Schmuggel, aber auch unsere Nutztierhaltung neue Krankheiten zu uns gelangen. Deshalb darf unsere Aufmerksamkeit nicht allein dem Wettlauf um immer neue Impfstoffe gelten; wir müssen uns vielmehr dringend dem Schutz von Natur und Artenvielfalt widmen. Es wird Zeit, für künftige Pandemien zu lernen und unseren Krieg gegen die Natur zu beenden.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.03.2023
Rezensent Christian Schwägerl empfiehlt Matthias Glaubrechts Darstellung zur Corona-Pandemie sehr. Äußerst detailliert und kenntnisreich gehe der Evolutionsbiologe vor, der im ersten Teil des Buches den Ursprüngen von Corona nachgeht, im zweiten Teil einen - stellenweise recht brutalen, so Schwägerl - Streifzug durch die Geschichte der Pandemien unternimmt und im dritten Teil Anleitungen gibt, wie Pandemien in der Zukunft verhindert werden könnten: hauptsächlich, indem wir uns aus Wildnisgebieten, die unzählige gefährliche Viren versammeln, raushalten, wie der Kritiker erfährt. Neben der Faktensicherheit scheint dem Kritiker auch zu gefallen, wie entschieden der Autor bei der Ursachensuche mit manchen Wortführern ins Gericht gehe, etwa mit der führenden chinesischen Corona-Forscherin Shi Zhengli. Von Verlagsseite hätten einige "Redundanzen" ausgestrichen werden können, und den eigentlich unwichtigen Zwischenwirt Pangolin nur wegen des "wohlklingenden" Namens in den Titel mit aufzunehmen, hält er für etwas effekthascherisch. Insgesamt trotzdem die "genaueste" Darstellung zum Thema auf dem deutschen Buchmarkt, so Schwägerl.
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