Mit CD. Aus dem Französischen von Maximilien Vogel. Seit 1997 erlebt die Musikwelt einen Kuba-Boom ungeahnten Ausmaßes. Ausgelöst wurde das weltweite Kuba-Fieber mit Ry Cooders Plattenprojekt "Buena Vista Social Club" und dem gleichnamigen Film von Wim Wenders. Mit dem Buch von Maya Roy erscheint erstmals in deutscher Sprache eine umfassende Gesamtdarstellung der Musik Kubas von ihren Anfängen bis heute. Ausführliche und sachkundig beschreibt die Autorin die politischen, wirtschaftlichen, sozialen und religiösen Hintergründe der kubanischen Musikgeschichte (z. B. die Verschleppung afrikanischer Arbeitssklaven und Kolonisierung) und vermittelt vielfältige Einblicke in die Verschmelzung afrikanischer, spanischer und kreolischer Traditionen. Breiten Raum nimmmt die Darstellung der wichtigsten Musikstile ein sowie die Beschreibung der wichtigsten Instrumente und Tänze. Darüber hinaus werden die einflussreichsten Musikerpersönlichkeiten porträtiert.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 30.11.2000
Seit die "Superapuelos", die "Superopas" der kubanischen Musik, wie sie dort heißen, aus der Versenkung aufgetaucht sind, gibt es kein Halten mehr: An diesen Trend docken auch zwei Bücher an. Knut Henkel geht vor allem auf das erste ein:
1) Maya Roy: "Buena Vista"
Auch hier steht im Titel der "Buena Vista", aber die Musikwissenschaftlerin Maya Roy wird der ganzen Vielfalt der kubanischen Musik gerecht, lobt Henkel. "Sachverstand und Detailwissen", aufgelockert durch kleine Anekdoten, könnten es zum "Standardwerk" machen. Auch die Einleitung von Compay Segundo, der eigene Erfahrungen aus den 20ern (!) beisteuert, trage dazu bei.
2) Thomas Mießgang: "Der Gesang der Sehnsucht"
Dem Journalisten Mießgang hingegen gelingt nur ein "Spotlight", meint der Rezensent. Zwar findet er die Porträts der Musiker "gut geschrieben", moniert aber, dass es für den Autor nur die bekannten alten Männer gibt. Kein Rumba und keine Gegenwart, dazu Stereotypes zur afroamerikanischen Religion, ärgert sich Henkel.
Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…