Meinhard Saremba

Sergej Rachmaninoff

Ein russischer Weltbüger
Cover: Sergej Rachmaninoff
Osburg Verlag, Hamburg 2023
ISBN 9783955103286
Gebunden, 400 Seiten, 28,00 EUR

Klappentext

Er lebte mehrere Jahre in für Künstlerkarrieren strategisch günstig gelegenen Orten wie Moskau, Dresden, Kopenhagen, Luzern und New York. Er sprach Russisch, Deutsch, Französisch und Englisch, wodurch er sich gut in den unterschiedlichsten Kulturkreisen zurechtfand. Sein Leben war von einschneidenden zufälligen Ereignissen bestimmt, die er nicht kontrollieren konnte: Epidemien, unerwartete Todesfälle in seinem Umfeld, dramatische Wirtschaftskrisen, Unruhen, Aufstände, Revolutionen, Kriege. Zahllose Entwicklungen, die ihn zu einem Überlebenskünstler werden ließen, führten ihn aus dem östlichsten Land Europas an den äußersten Rand der westlichen Welt. Er war Zeitzeuge prägender historischer Umbrüche, kam in Kontakt mit namhaften Politikern, Künstlern und Intellektuellen, dennoch schrieb er keine Memoiren und keine ästhetischen Abhandlungen. Dafür hinterließ er 167 Einspielungen als Pianist und drei als Dirigent sowie zahlreiche Kompositionen, von denen nur 45 mit einer Opus-Nummer versehen sind. Dazu gehören Opern, Vokal- und Orchestersinfonien, Klavierkonzerte, Kantaten, Klavierstücke und zahlreiche Liederzyklen. Etliche seiner Werke kennzeichnen enge Verbindungen zu Historie, Malerei und Literatur. Rachmaninoff war überzeugt: "Die Zeit mag die Techniken von Musik ändern, aber sie kann nie ihre Mission ändern."

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.12.2023

Ziemlich genervt ist Rezensent Jan Brachmann von Meinhard Sarembas Biografie über den russischen Komponisten. Er gibt zu, die Literatur zu Rachmaninov  (Brachmann legt Wert auf diese Schreibweise), ist sehr begrenzt und eine neue Biografie sehr wünschenswert. Den Qualitätsansprüchen des Kritikers genügt Sarembas Werk allerdings nicht: trotz einer "ausufernden Darstellung" biografischer Details fehlen wichtige Fakten, wie zum Beispiel der Name von Matwej Presman, den der Komponist vor einer antisemitischen Intrige bewahrte, konstatiert der Rezensent. Auch Sarembas Anspruch, Rachmaninovs Musik nicht als "zwanghaft russisch" zu begreifen, geht in seiner Einseitigkeit nach hinten los, bemängelt der Rezensent. Einige Verdienste gesteht Brachmann dem Autor jedoch zu: skrupulöse Quellenarbeit gehört dazu, sowie die pointierte Herausarbeitung von Rachmaninovs Ablehnung der Bolschewisten. Trotzdem, schließt der Kritiker, der Komplexität seines Studienobjekts wird der Autor nicht gerecht.
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