Unionsverlag, Zürich 2026
ISBN
9783293006409 Gebunden, 256 Seiten, 24,00
EUR
Klappentext
Aus dem Portugiesischen von Barbara Mesquita. Lautlos gleitet das Boot mit den deutschen Soldaten aufs Ufer des Rovuma zu und bringt eine neue Zeitrechnung mit sich: Der Überfall auf den portugiesischen Militärposten markiert den Beginn des Ersten Weltkriegs in Ostafrika. Und noch immer liegt der Schatten des Maji-Maji-Aufstands auf der Region, niedergeschlagen von deutschen Kolonialtruppen.Der afrikanische Hilfssoldat Nataniel versucht gemeinsam mit seinem Bruder, in den Untiefen zwischen den Kolonialmächten zu navigieren, wo Ungeheuer aller Art lauern. Doch beinahe unbemerkt geht etwas Seltsames in den Dörfern und Garnisonen vor sich: Aus Berichten, Karten und Büchern verschwinden die Buchstaben, und Stück für Stück scheint sich die Macht der Europäer zu verflüchtigen.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 10.07.2026
Maximilian Mengeringhaus liest Mia Coutos Roman von 2024 in der bildstarken Übersetzung von Barbara Mesquita mit Interesse. Die vielstimmige, in den portugiesischen Kolonien Westafrikas spielende Erzählung aus der Zeit des Ersten Weltkriegs dreht sich laut Mengeringhaus um einen jungen Einheimischen im Dienst der Portugiesen und um Gewalt und Widerstand. Als Chronist berichtet der Soldat laut Mengeringhaus zwar "wirklichkeitsnah" von den Geschehnissen, doch ist Coutos Zugang ein sprachmagischer, wie der Rezensent anmerkt. Afrikanische Mythen bilden den Hintergrund der Geschichte, und Couto vereint farbig Fakt und Fiktion, erklärt Mengeringhaus.
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