Michael Beintker (Hg.), Christian Link (Hg.), Michael Trowitzsch (Hg.)

Karl Barth in Deutschland (1921-1935)

Aufbruch - Klärung - Widerstand. Beiträge zum Internationalen Symposion vom 1.-4. Mai 2003 in der Johannes a Lasco Bibliothek Emden
Cover: Karl Barth in Deutschland (1921-1935)
Theologischer Verlag Zürich, Zürich 2005
ISBN 9783290173449
Gebunden, 506 Seiten, 40,00 EUR

Klappentext

Die Beiträge sind dem werkgeschichtlich markanten Zeitabschnitt zwischen Barths Berufung nach Göttingen und seiner Vertreibung durch die Nationalsozialisten aus Deutschland gewidmet. Unter Barths Einfluss kam es in diesen Jahren zu einer Neuorientierung der Theologie und nach 1933 zur Formierung des Widerstands gegen die nationalsozialistische Kirchenpolitik. Das Werk Barths wird in den Zusammenhang des 20. Jahrhunderts gerückt, auf seine innere Stimmigkeit und seine Wandlungen hin überprüft und auf seine erschließende wie orientierende Kraft für das gegenwärtige kirchliche und gesellschaftliche Leben befragt.
Ausgewiesene Autoren präsentieren die neuesten Erkenntnisse der Forschung und untersuchen die theologischen Grundentscheidungen und Motive Barths.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 15.04.2006

Einen guten Überblick über den aktuellen Stand der internationalen Diskussion über Karl Barth bietet nach Ansicht Friedrich Wilhelm Grafs der vorliegende Band über die Wirkungen von Barths Theologie im Deutschland der zwanziger und dreißiger Jahre, der aus einem Symposion zum Thema hervorgegangen ist. Als Hauptpunkte des wissenschaftlichen Streits macht Graf dabei Erkenntnistheorie, Theologiebegriff und den modernitätstheoretischen Status von Barth Theologie aus. Während Eberhard Jüngel darauf poche, dass bei Barth jede Priorität eines Beobachters zugunsten einer gleichzeitigen Emergenz von Beobachter-Subjekt und Gegenstand der Beobachtung aufgehoben sei, suchten Georg Pfleiderer und andere Vertreter einer neuen Theologengeneration, wie Barth in der Opposition gegen die subjektivistischen Erfahrungstheologien von Schleiermacher bis Troeltsch selbst nur typisch moderne Denkfiguren revitalisierte. Graf kann sich bei der Lektüre des Bandes nicht ganz des Eindrucks erwehren, dass Barth-Deuter "allzu gern" unter sich bleiben - was auch Pfleiderer unfreiwillig zu erkennen gebe. Zudem erscheint ihm manche Lobhudelei seitens der Autoren übertrieben, etwa wenn Bruce L. McCormack nur Thomas von Aquin als Barth ebenbürtig gelten lassen will. Und so hält er abschließend fest: "Barth war zur Selbstbegrenzung deutlich fähiger als viele seiner allzu affirmativen Interpreten."
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