Das Gefühl von kaltem Marmor unter den Fußsohlen kennen, aber auch die Kilowattkosten von Solarzellen. Eine Backsteinmauer errichten können. Wissen, was der Kunde will und was er sich leisten kann, aber noch viel wichtiger: was der Planet sich leisten kann. Michael Sorkin war ein hervorragender Stilist und ein begnadeter Lehrer. Den Menschen, die unseren Lebensraum gestalten, gibt er mit diesem Kompendium eine nützliche Sammlung an die Hand: 250 Dinge, die man erfahren, gesehen, verstanden, zumindest einmal im Kopf bewegt haben sollte. Eine Ermunterung zu neugierigen Recherchen in die unterschiedlichsten Richtungen, zu ausgiebiger Lektüre von Aristoteles bis zu Betty Friedan und zur Beschäftigung mit unverzichtbarem Fachwissen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 27.04.2022
Rezensentin Laura Weissmüller ist ganz aus dem Häuschen - so grandios findet sie diesen Architekturführer des 2020 verstorbenen Architekten Michael Sorkin. Der New Yorker, der an zahlreichen Architekturfakultäten unterrichtete, liefert ihr hier die Essenz seiner Lehre, mitreißend, leidenschaftlich, mitunter humorvoll und, wie Weißmüller schreibt, in Form eines "Gedichtes" über die "Liebe zu Orten". Wenn ihr Sorkin hier den Unterschied zwischen Ghetto und Kiez erklärt, über das Mindestmaß an privatem Rückzugsraum informiert oder das "Gefühl von kaltem Marmor unter nackten Füßen" vermittelt, wird die Kritikerin selbst im "Stakkato" zur Architektin. Ohne Fachtermini, dafür umso "plastischer" erläutert ihr Sorkin vom Pyramidenbau über die Wohnungsfrage bei Friedrich Engels bis hin zur ökologischen Verantwortung von Architektur alles, was sie über das Bauen wissen will. Ein "Vermächtnis", jubelt die Rezensentin.
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