Insgesamt habe ich den Eindruck eines angenehm unangenehmen Buches. Es ist dunkel und trübe, einsam, verlassen, gleichgültig und lakonisch, ein grauer Donnerstag ohne Termine. Es gefällt mir damit ausgesprochen gut und ich bekommen große Lust, die Familie sich selbst zu überlassen und in eine Kneipe zu gehen. (Der Autor an die Verleger) Dem lässt sich, nüchtern betrachtet, im Grunde nicht viel hinzufügen. Außer, dass es verschiedenste Landschaften in diesem Gedichtband gibt, in denen viele Menschen verloren gehen.
Ein raffiniertes Spiel mit dem "anwesend Abwesenden" konstruiert Michel Spyra in seinen Gedichten, frohlockt Rezensentin Insa Wilke: da gibt es eine tiefe Sehnsucht, eine Suche nach etwas, spürt Wilke, aber was genau die zumeist männlichen Protagonisten, die Spyra in den Nieselregen stellt und dann langsam verschwinden lässt, umtreibt, wissen wir nicht: "Da steht der Mann, man kann ihn noch erkennen, und wenn es immer stiller um ihn wird und dunkler, und er steht da unbeirrt, wie wir ihn nun schon ein paar Zeilen kennen, als hätte ihn die Stille angeschirrt", zitiert die Kritikerin. Durch die Verwendung von bewusst einfachem Vokabular und reduzierter Motivik erziehle Spyra große Wirkung: Mit so viel "Zartheit" und Melancholie hat vielleicht noch nie jemand Gedichte über Männer geschrieben, freut sich Wilke, und sprachlich überraschend ist es auch immer wieder, versichert sie.
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