Aus dem Schwedischen von Christel Hildebrandt. Das Tornedal im nördlichen Schweden. Als die Gemeindeangestellte Rauha Jauhöjärvi auf der Türschwelle des alten Hauses steht, um nach Martin Udde zu sehen, ist ihr ganz seltsam zumute - ein eigenartiger Geruch liegt in der Luft, und keiner antwortet auf ihr Klopfen. Schließlich fasst sie sich ein Herz. Mit einem Zweitschlüssel verschafft sie sich Zugang, und ihre düstere Ahnung wird zur Gewissheit: der alte Mann liegt tot in seinem Bett - brutal ermordet, mit einer Fischgabel regelrecht aufgespießt. Ein seltener Ausbruch von Gewalt in einer der nördlichsten Regionen Schwedens, in denen offene Türen zur Tagesordnung gehören und Gastfreundlichkeit auch Fremden gegenüber die Regel ist. Hatte hier jemand eine alte Rechnung zu begleichen? Die junge Stockholmer Polizistin Therese Fossnes ist nicht gerade begeistert, als sie damit beauftragt wird, der Sache auf den Grund zu gehen. Die Menschen dieses entlegenen Landstrichs kommen ihr seltsam vor, ihren Dialekt versteht sie nicht. Doch dann fühlt sie sich ausgerechnet zum kauzigen Eigenbrötler Esaias hingezogen, der als dringend tatverdächtig gilt. Und sie erkennt, dass hinter der ganzen Geschichte mehr steckt, als ihr lieb sein kann...
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 18.06.2008
Rezensent Aldo Keel findet das neue Buch von Mikael Niemi höchst spannend. Das liegt weniger an der Krimihandlung, die nach Einschätzung des Rezensenten nur als Aufhänger dient, als an den Hintergründen, die Niemi über eine aussterbende Sprache vermittelt: über das im schwedisch-finnischen Grenzbereich gesprochene Meänkieli. Der Autor liefert eine Menge "historische und soziologische Informationen" zu dieser Region und versucht sich in einem Kapitel sogar an "kontrafaktischer" Geschichtsschreibung. Auch wenn das Buch eine "Hommage" an das Meänkieli ist - geschrieben hat Niemi das Buch auf Schwedisch, denn der Autor hat die Sprache seiner Vorfahren - wie symptomatisch - erst auf dem zweiten Bildungsweg gelernt.
Sehr eingenommen zeigt sich Katharina Granzin für Mikael Niemis neuen Roman "Der Mann, der starb wie ein Lachs". Dabei mutet das Werk durchaus gewagt an, vereint es doch Momente eines Kriminal- und Liebesromans mit Elemeten des magischen Realismus und eines Reiseführers. Doch das Wagnis eines "landeskundlichen Thesenromans" ist zur Freude Granzins vollauf gelungen. Sie schätzt den Roman nicht nur als überzeugendes "Plädoyer für eine Patchworkgesellschaft", sondern auch wegen seiner spannenden Krimihandlung und den Einlassungen über die kulturellen Eigenarten der Region im Niemandsland zwischen Schweden und Finnland. Dass das Ende des Romans ein wenig konstruiert wirkt, stört sie nicht. Im Gegenteil: "Als ehrlicher Thesenroman und fantasievolle literarische Bastelarbeit", schließt Granzin, "hat er jedes Recht auf ein künstliches Ende."
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