Aus dem Serbischen von Marica Bodrozic. Mirko Kovac erzählt von einem Landstrich, in dem Sehnsucht ein Lebensgefühl ist. "Die Stadt im Spiegel" lässt uns an einer wuchtigen Familienchronik teilhaben, die in der Landschaft von Mittelmeerraum und Balkan angesiedelt ist. Die Hauptfigur des Romans, ein Schriftsteller, schreibt die Erinnerungen seiner Kindheit und Jugend nieder. Sagen, Legenden und Mythen aus weit vergangenen Zeiten holen ihn ein und mit ihm seine ganze Familie. Über Generationen hinweg kämpft eine Familie von Viehhändlern, Kleinkriminellen und Parteifunktionären darum, ihren Sehnsüchten ein Stück näher zu kommen. Kovacs Roman ist eine Hymne an die Familie und die Herkunft. Ein Roman über Väter und Söhne. Ein Roman über Erleben und Erinnern. Ein Roman wie eine Stadt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.06.2012
Beeindruckt zeigt sich Anja Hirsch von Mirko Kovacs Roman "Stadt im Spiegel", in dem ein Schriftsteller sich seiner eigenen alles andere als unkomplizierten Familiengeschichte zuwendet und im Erinnern dem Unkontrollierbaren, Zweifelhaften ins Auge blickt. Eine unübersichtliche, "bizarre" Welt tut sich auf, in der skurrile Figuren, dunkle Familienrituale und natürlich die von Krieg und sich verschiebenden Grenzen tief geprägte Familienchronik aus der Perspektive des Schriftsteller-Erzählers Gestalt gewinnt. Dabei lässt sich die Rezensentin vor allem von Kovacs "Gespür für Zwischentöne" und von seiner eindringlichen Figurenzeichnung faszinieren, wobei sie diesen Roman nicht zuletzt auch als berührende Vater-Sohn-Geschichte gelesen hat.
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