Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.05.2000
Auch ein ausgewiesener Kenner wie Jürgen Kesting scheint dieser "akribisch dokumentierten" Diskographie noch erhellende Aspekte abgewinnen zu können. So zeigt er sich beeindruckt davon, dass diese Diskographie auch illegale Mitschnitte und "in Rundfunk-Archiven konservierte Dokumente" enthält. Schier überwältigend scheint die Anzahl der Aufnahmen: Fünfundzwanzig Aufnahmen sind es, in denen Fischer-Dieskau den Grafen in "La nozze di Figaro" sang, dreiunddreißigmal gar hat er Schuberts "Winterreise" eingespielt. Die Liste seiner Klavierpartner liest sich wie ein "`Who is Who` der Pianisten", so Kesting. Bei dem beeindruckenden Umfang der Aufnahmen geht Kesting auch der Frage nach, welche Komponisten und Stücke Fischer-Dieskau denn nicht aufgenommen hat. Denn solche gibt es auch. So nennt der Rezensent u. a. "Lieder und Canzonen von Rossini, Bellini, Donizetti und Verdi, die wohl ein anderes Register der Seele verlangen". Kesting scheut sich nicht, den Leser darauf aufmerksam zu machen, dass der Sänger auch bei so mancher Opernpartie "die Grenzen seiner Stimme überschritten" habe und zitiert in seiner Rezension auch renommierte Musikkritiker.
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