Christian Gerhaher

Halb Worte sind's, halb Melodie

Gespräche mit Vera Baur
Cover: Halb Worte sind's, halb Melodie
Henschel Verlag, Leipzig 2015
ISBN 9783894879426
Gebunden, 176 Seiten, 22,95 EUR

Klappentext

Vom Publikum und Kritik gefeiert, bleibt der Münchner Bariton Christian Gerhaher ein Zweifler, einer, der sich selbst und seine Kunst fortwährend in Frage stellt. Vielleicht macht ihn dies zu jenem Ausnahmekünstler, der erst Philosophie studierte, um dann seinen Abschluss als Mediziner zu machen. Dessen warme, klare und hell timbrierte Stimme umso mehr verzaubert, als er Lieder, Opernrollen und Konzertpartien gedanklich stets tief durchdringt und auf Existenzielles befragt. In diesem Band, der gemeinsam mit der Musikwissenschaftlerin Vera Baur entstanden ist, reflektiert Christian Gerhaher erstmals in Buchform Themen und Erfahrungen, die ihn bewegen und die seine Laufbahn geprägt haben.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 04.11.2015

Kaum ein Sänger - mit Ausnahme Dietrich Fischer-Dieskaus - habe je so reflektiert über sein Tun sprechen können wie der große Christian Gerhaher, dessen Gespräche Rezensent Peter Hagmann mit Faszination gelesen hat. Fischer-Dieskau bleibt der wichtigste Bezugspunkt, auch wenn er Gerhaher vom Singen abgeraten habe - und auch wenn Gerhaher gleichzeitig an seiner Bewunderung für Fischer-Dieskaus musikantischen Antipoden Hermann Prey festhalte. Man kann mit Gerhaher bestens über das Singen nachdenken, meint Hagmann - über die Vorteile der etwas altmodischen "hellen Stimmfarbe" etwa, über die Textverständlichkeit, über das Singen als Darstellen - auch bei Liedern, wobei Gerhaher erstaunlicher Weise mit Denis Diderot argumentiere. Das Kunstlied mag eine sterbende Gattung sein, so Hagmann, es hat mit Gerhaher aber einen großartigen Verfechter.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 19.08.2015

Nie wieder zu buhen, nimmt sich Rezensentin Judith von Sternburg nach der Lektüre des Gesprächsbandes von Christian Gerhaher vor. Was der Bariton über seine Liebe zu Schumann, seine Abneigung gegen Strauss und Brahms, das Orchesterwesen und das Wunder Musiktheater zu sagen hat, scheint ihr ausnahmslos zitierwürdig, schon weil Gerhaher weitestgehend auf Anekdoten verzichtet, und präsentiert ihr den Künstler als legitimen Nachfolger Dietrich Fischer-Dieskaus, als eigenständig denkenden Profi, von dem Kollegen und Publikum gleichermaßen lernen können.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.03.2015

Christian Gerhaher meint es ernst mit der Kunst! Das lernt Rezensentin Eleonore Büning aus diesem Gesprächsband mit der Rundfunkredakteurin Vera Baur. Deren Mitschnitt hat der Bariton noch einmal bearbeitet, was wohl zu einem etwas ungleichmäßigen Tempo mit "essayartigen Ausbeulungen" geführt hat. Trotzdem eine Leseempfehlung von Büning, der Gerhahers "unerschrockenes" musikalisches Urteil über Mahler, Schmumann und Schönberg ebenso imponiert wie seine Exkurse in die Grundlagen des Singens. Für die nächste Auflage wünscht sich die Rezensentin allerdings unbedingt ein Sach- und Personenregister.
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