Allein und mit Neugier im Gepäck erkundet Nadine Pungs die Arabische Halbinsel: von Jordanien über Kuwait, Bahrain, die Vereinigten Arabischen Emirate, Katar, Oman bis an die Grenze des Jemen. Sie reitet mit Beduinen durch die Wüste, übernachtet in Zelten und Wolkenkratzern, spricht mit Gastarbeitern und Geflüchteten. Sie trifft einen Scheich und hat sogar eine Audienz bei einer waschechten Prinzessin. Pungs sammelt Geschichten aus dem Orient und fügt aus ihren Begegnungen und Beobachtungen ein schillerndes Mosaik des heutigen Arabien zusammen. Dabei erlebt sie Herzensgüte, aber auch ausweglos erscheinende Situationen. Und irgendwann muss sie sich entscheiden: aufgeben oder solange weiterreisen, bis die Wüste das Meer küsst.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 10.03.2020
Wirklich angetan von diesem Buch ist Rezensentin Monika Maier-Albang. Auf angenehm leichte Weise erfahren wir vor allem vom Alltag in einigen arabischen Ländern, wodurch dieses Buch auch "politisch" sei, selbst wenn es diesen Anspruch nicht vor sich hertrage. Die Autorin lasse sich tatsächlich auf Alltag ein - mit beschränkten Sprachkenntnissen zwar, aber dafür einer großen Offenheit. Auch das Mann-Frau-Thema findet in diesem Buch auf eine Weise statt, die der Kritikerin Respekt einflößt, nämlich ohne Klischees. Nie lasse die Autorin Expertentum heraushängen, informiere dabei kenntnisreich über Umgangsformen, Landessitten und soziale Verhältnisse und über die großen Unterschiede zwischen den Ländern - etwa dass sich Männer aus Saudi Arabien in Bahrein zu Prostituierten begäben, während die saudischen Frauen dorthin zum Shoppen kämen. Dass Pungs Israel auslässt, bedauert die Kritikerin, gern hätte sie auch zu diesem Land etwas von der Autorin lesen. Alleine das kann man als großes Lob verstehen.
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