Im franquistischen Spanien der 1950er-Jahre wagen sich fünf der seinerzeit populärsten Comiczeichner an die Verwirklichung ihres Traums und kehren dem größten spanischen Comicverlag Bruguera den Rücken, für dessen Magazin Pulgarcito sie zuvor tätig waren (die Heimat der auch in Deutschland populären Figuren Clever & Smart ). Sie verweigern sich der Comicfabrik Bruguera mit ihren Fließbandproduktionen, der Beschneidung jedweder künstlerischen Freiheit und der Missachtung des Rechts am eigenen Werk, und gründen ihr eigenes Comicmagazin Tio Vivo. Doch der Schritt in die Freiheit verheißt nicht nur Unabhängigkeit Vor dem Hintergrund der Franco-Diktatur und der erschreckend aktuell wirkenden tiefen Wirtschaftskrise des Spaniens der Fünfzigerjahre erzählt Paco Roca die wahre Geschichte der spanischen Vorkämpfer für die Anerkennung des Comics als Kunstform: Guillermo Cifré, Carlos Conti, Josep Escobar, Eugenion Giner und José Peñarroya.
Spanien ist nicht gerade gut auf dem deutschen Comicmarkt vertreten, weswegen sich Christoph Haas über gleich zwei spanische Comics freut, die diese Lücke füllen - umso mehr da er sie beide für stilistisch wie inhaltlich relevant findet. Paco Roca erzählt in seinem "Winter der zeichner" eine Episode aus dem franquistischen Spanien der fünfziger Jahre, in denen die Comicwelt von dem übermächtigen Verlag Bruguera beherrscht wird. Sechs Zeichner versuchen den Ausbruch, gründen einen eigenen Verlag und scheitern. Geschickt gestaltet findet Haas Comicerzählung, sehr eindrücklich die stickige Atmosphäre jener Jahre, aber auch die traurige Geschichte von geplatzten Träumen, Anpassung und Repression hat ihn berührt.
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