In einer Januarnacht des Jahres 1942 stirbt eine dunkelhaarige Schönheit auf dem Rücksitz eines Taxis in Mexiko-Stadt. "Herzinfarkt" lautet die offizielle Version, die andere spricht von "stalinistischer Eliminierung", es heißt, sie sei vergiftet worden, weil sie zuviel wusste. Schauspielerin und Femme fatale, kommunistische Spionin, Rebellin, Muse und vor allem Fotografin: Die Geschichte des aufregenden Lebens der Tina Modotti ist ergreifend wie ein Liebesroman, spannend wie ein Agententhriller und so hautnah realistisch wie ein Chronik der von Wirren geprägten ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts. Mit der Entdeckung bisher unveröffentlichter Briefe und Fotografien hat Patricia Albers die erste wirklich umfassende Biografie dieser legendären Künstlerin geschrieben.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 26.06.2000
Elke Schubert lobt an dieser Biografie über Tina Modotti vor allem die Sachlichkeit und die Recherchen der Autorin. Auch habe die Auswertung bisher unbekannter Briefe, Fotos und anderer Schätze, die Albas bei Verwandten des ersten Ehemanns Tina Modottis gefunden hat, zu weiteren Nachforschungen angeregt. Zwar bleiben für die Rezensentin dennoch einige Fragen ungeklärt, besonders aus Modettis Zeit in Moskau und Spanien, da es aus dieser Zeit nur wenige aufschlussreiche Briefe gibt. Als Beispiel dafür nennt sie u. a. die Frage, inwieweit Modotti über die "unrühmliche Rolle" ihres Lebensgefährten Vittorio Vidali im Spanischen Bürgerkrieg informiert war. Dennoch ist die Autorin dem "Geheimnis dieser rätselhaften Frau (...) immerhin näher gekommen", so Schubert. Mit ihrer Feststellung, dass Modotti `alles, was sie berührte, entglitten` sei - ein Ort, ein Volk oder ein Beruf, zu dem sie sich zugehörig gefühlt hätte - sei es der Autorin gelungen, Modottis Rastlosigkeit "auf den Punkt zu bringen".
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