Die Budgets für Entwicklungshilfe haben sich weltweit seit 2001 von 50 auf 100 Milliarden Dollar pro Jahr verdoppelt, Tendenz steigend. Das hat zwei Gründe: Die anhaltende Marginalisierung der ärmsten Länder, vor allem in Afrika, und der Terroranschlag auf das World Trade Center in New York am 11. September 2001. Seither stoßen in der Entwicklungszusammenarbeit zwei Tendenzen aufeinander. Die einen wollen Entwicklungsgelder als strategisches Mittel im »Krieg gegen den Terrorismus« und zur Sicherung von Rohstoffen einsetzen. Die andern wollen die Hilfe auf die ärmeren Länder konzentrieren und in soziale Bereiche sowie Umweltverbesserungen investieren. Sie stützen sich dabei auf die Millenniums-Entwicklungsziele, auf welche sich die UNO-Mitglieder im Jahr 2000 verpflichtet haben. Einflussreiche Stimmen stellen die Wirksamkeit der Entwicklungszusammenarbeit immer wieder grundsätzlich in Frage. Dabei argumentiert die Fundamentalkritik der Entwicklungshilfe am eigentlichen Skandal, der außenpolitischen Zweckentfremdung von Hilfsgeldern, vorbei.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 30.05.2008
Der Rezensent mit dem Kürzel "mbe" findet zwar sehr fundiert, was Peter Niggli, langjähriger Geschäftsführer eines Schweizer Verbands von Entwicklungshilfe-Organisationen, zur Erörterung der Chancen und Grenzen von Einwicklungshilfe beiträgt. Trotzdem fehlt es dem Rezensenten in diesem Buch an Substanz, und zwar genau dort, wo das Thema richtig interessant werde: nämlich bei der Analyse der Erfolge der Entwicklungsarbeit. Das betreffende Kapitel ist "das kürzeste und am wenigsten überzeugende". Trotz dieses Mangels hält er das Buch für einen Gewinn, denn es "bringt die Dinge in einer klaren und knappen Sprache auf den Punkt und bemüht sich dabei um eine Auseinandersetzung mit gegnerischen Positionen". Dabei beschönige Niggli nicht, was die Entwicklungshilfe leisten kann, sondern kontextualisiert sie und beleuchtet ihre politischen Rahmenbedingungen.
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