Aus dem Japanischen von Yayoi Okada. Anderthalb Monate nach dem verheerenden Erdbeben vom 11. März 2011 kehrt Fumi an ihre Schule in Fukushima zurück. Es war eine unfreiwillige Schulpause, in der sich so vieles verändert hat. Die Strahlung und die damit verbundene Unsicherheit ist allgegenwärtig: Fumis kleiner Bruder darf nicht mehr draußen spielen und ein kleiner Regenschauer genügt, um die Schüler panikartig unter das Schuldach flüchten zu lassen. Fumi und ihre Freundinnen wollen sich davon aber nicht ihre Jugend kaputtmachen lassen. Doch das ist gar nicht so einfach, denn die Auswirkungen der Katastrophe ziehen immer weitere Kreise. Eine gefühlvolle Geschichte, die die Sorgen der Menschen in Fukushima greifbar macht.
Mangas sind längst nicht nur die klischierten Comics aus dem japanischen Schulmädchenalltag, so wie sie hierzulande wahrgenommen werden, klärt Morgane Llanque auf. Klar, auch Reiko Momochis "Daisy aus Fukushima" enthält Kirschblüten, Glitzeraugen und Spaghettikörper, fährt die Kritikerin fort. Vor allem aber geht es hier um den Tsunami und die Reaktorkatastrophe in Fukushima, die von der Autorin und Zeichnerin Momochi sehr ernsthaft, nur selten sentimental verarbeitet werden, so Llanque. Vier Schulmädchen treten in dem Manga auf, die sich mit Folgesymptomen wie Dauerermüdung und Nasenbluten beschäftigen, überraschend kritische Fragen über die Regierung und Zeitungsberichte stellen und sich um ihre Zukunft sorgen, berichtet die Rezensentin. Sie sieht darin fundierte Gesellschaftskritik, die auf den eingehenden Recherchen, etwa Interviews mit den Bewohnern, basiert.
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