Rene Hamann

Schaum für immer

Roman
Cover: Schaum für immer
Tisch 7, Köln 2007
ISBN 9783938476147
Gebunden, 157 Seiten, 18,50 EUR

Klappentext

Schumann macht Pause im Cafe und beobachtet eine Frau am Nebentisch. Zu spät bemerkt er, dass auch er beobachtet wird - von Valerie nämlich. Während Valerie ihm erklärt, dass alle Frauen einen siebten Sinn für gierige Männerblicke haben, überlegt Schumann, wie er Valerie seinem Freund Ralf ausspannen kann. Eine Kettenreaktion beginnt. "Schaum für immer" schildert die privaten und beruflichen Verflechtungen von Schumann, Valerie, Ralf, Lukas, Nadja, Linda und von ihren Freundinnen und Freunden. Die Kräfte, die sie zusammen- und auseinanderführen, gehorchen, dies merkt der Leser rasch, den Gesetzen der Telenovela, die von Hamann aus dem Fernsehen zurück in die Literatur transportiert und dabei subtil mit neuem, subversivem Inhalt gefüllt werden.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 08.09.2007

Ganz glücklich wirkt Rezensent Dirk Knipphals über diesen Roman, der seinen Informationen von einer Gruppe Thirtysomethings handelt. Zwar scheint das Buch nicht sehr tiefschürfend, aber irgendwie auf der Höhe der Zeit zu sein, "vorne dran" an den Codes der Berliner Trendbezirke sozusagen. Knipphals bescheinigt dem Autor, "alles" wunderbar gemacht zu haben, und bewundert, wie sich im Buch "Cliffhanger, Übergänge und Snapshots" zu einer Geschichte ergänzen. Allerdings ist die Rezensentenfreude nicht ungetrübt, da Knipphals immer wieder über Manierismen stolpert, besonders bei "Verdichtungen von Gefühlsbeschreibungen". Trotzdem rührt die Unbeholfenheit, mit der Rene Hamann seine Figuren durch ihre Gefühle stolpern lässt, den Rezensenten gleichzeitig zutiefst. Auf diese Weise erhält außerdem das Spiel, das der Autor hier aus seiner Sicht mit dem Genre Soap-Opera treibt, "Würde und Notwendigkeit".

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.06.2007

Alexander Müller fragt sich, ob dem Autor seine Persiflage der Daily Soap nicht ein bisschen zu angestrengt gerät. Wenn Rene Hamman mit Mitteln und Motiven der Telenovelas über die  Liebesblödigkeit von heute schreibt, kann Müller jedenfalls kaum Handlung entdecken, nur ein belangloses, wenn auch mitunter "reizvoll-poetisch" gefasstes Wer-mit-wem. Für den Blick auf die Schnittstellen zwischen Realität und Fiktion ist Müller dem Autor zwar dankbar, wirklich erkenntnisfördernd kann er den Roman trotzdem nicht finden. Und das Konzept kennt er auch schon: Aus einem Text von Cyra McFadden von 1977.
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