Roberto Bolano

Monsieur Pain

Roman
Cover: Monsieur Pain
S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2019
ISBN 9783103974188
Gebunden, 176 Seiten, 21,00 EUR

Klappentext

Aus dem Spanischen von Heinrich von Berenberg-Gossler. Im Frühling 1938 wird Monsieur Pain, ein Akupunkteur und Anhänger des Magnetismus in ein Pariser Krankenhaus gerufen. Er soll den peruanischen Dichter César Vallejo von einem rätselhaften Schluckauf heilen. Doch noch bevor er helfen kann, sieht sich Pain in eine komplexe Intrige verwickelt. Wer ist dieser Südamerikaner, der dort im Krankenhaus vor sich hinstirbt? Und warum wünschen sich einige dunkle Kräfte seinen Tod? Allein Pain erkennt, was sich hinter den Kulissen abspielt. Dabei ist er gar kein Held, sondern ein ganz gewöhnlicher Mann: alleinstehend, heimlich verliebt und offensichtlich auserwählt, sich mit diesem mysteriösen Fall auseinanderzusetzen.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 05.12.2019

Laut Rezensent Martin Krumbholz enthält dieser frühe Roman von Roberto Bolano bereits viele der Qualitäten seiner späteren Bücher: Die Vermischung von realen und fiktiven Personen und Ereignisse etwa, das Netz aus Handlungsfäden, die sich durchaus nicht auflösen, Bolanos "kryptorealistische" Erzählweise also. Wie hier bereits die Vorstellungskraft die Handlung antreibt, immanent und beim Autor sowieso, scheint dem Rezensenten Spaß zu machen. Imponierend, findet er.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 21.11.2019

Rezensent Jens Jessen stellt zunächst klar: Roberto Bolanos früher Roman "Monsieur Pain" wurde keineswegs erst in dessen Nachlass entdeckt, wie gelegentlich kolportiert wird, sondern wurde von Bolano höchstselbst in den Neunzigern in den Druck gegeben. Zum Glück, meint Jessen, denn er liest hier einen "vollendeten Paris-Roman", in dem statt Hemingway oder Miller eher Bunuel und Aragon herumgeistern. Wenn Bolano hier den todkranken Lyriker Cesar Vallejo, den Magnetismus praktizierenden Monsieur Pain, "böse Spanier" und andere dubiose Gestalten durch Pariser Düsternis streifen und "Schreckbilder" aufblitzen lässt und "falsche Fährten" legt, meint Jessen: Niveauvoller "kann man sich nicht gruseln".

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 16.11.2019

Rezensentin Jutta Person hat der jetzt auf Deutsch erschiene Roman vollauf begeistert. Beim Lesen hat sie den überzeugten Mesmeristen Monsieur Pain durch das surreale Paris des Jahres 1938 begleitet, wo er den exilierten peruanischen Dichter César Vallejo mit seinen okkulten Kräften vor dem Tod retten soll. Die Vorkriegszeit und  der Schauplatz lassen der Kritikerin zufolge größtmöglichen Raum für Bolaños fantastische Paranormalitäten, die er denn auch an einer Vielzahl realer und fiktiver Figuren hemmungslos entfalte: So ist etwa ein Kollege Pains zu den spanischen Faschisten übergewechselt und praktiziert seinen Okkultismus nun im Rahmen von Verhören, verrät sie - eines von vielen Beispielen, wie Bolaño grandios die surreale politische Lage verarbeite, lobt Person. "Kalauer und Schrecken" gehen dabei laut ihr Hand in Hand, die Wirklichkeit sei aber noch nicht ganz so stark erweitert wie in Bolaños berühmtesten Romanen. Insofern ist "Monsieur Pain" ein perfekter Einstieg in ein großartiges Werk, verspricht die Rezensentin.

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