Roland E. Koch

Ins leise Zimmer

Roman
Cover: Ins leise Zimmer
Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln 2003
ISBN 9783462033120
Gebunden, 240 Seiten, 18,90 EUR

Klappentext

Paul, Ehemann und Vater einer kleinen Tochter, nimmt eine Stelle als Gastdozent an. Einmal in der Woche fährt er von Amsterdam nach Leipzig, entfernt sich von seinem Alltag und begibt sich in eine Welt, die ihm seltsam vertraut und doch sehr fremd ist. Die Euphorie der Studienanfänger, ihre merkwürdige Mischung von Engagement und Verschlossenheit erinnern ihn an seine eigene Studentenzeit und wecken eine lang unterdrückte Sehnsucht. Während seine Frau mit großem Elan ihr gemeinsames Leben einrichtet, genießt Paul sein Pendeln zwischen zwei Welten. Er erliegt dem spröden Charme Olivias, einer rebellischen und rätselhaften Studentin, die sich immer weiter in sein Leben drängt. Und schon bald droht die mühsam aufrecht erhaltene Ordnung aus dem Gleichgewicht zu geraten.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 12.11.2003

Bei seinem Vorhaben, literarische Genauigkeit walten zu lassen, habe sich Roland Koch etwas überanstrengt, wodurch nämlich sein Roman für die Leser anstrengend werde, behauptet Kai Martin Wiegandt. Ein bisschen weniger Verbissenheit und mehr Gelassenheit hätte der Rezensent gern gesehen. Und wenn einer soviel Wert auf Genauigkeit und Feinheiten (statt auf Spannung) legt, dann sollte er vermeiden, setzt Wiegandt hinzu, dem Leser ständig auf die Sprünge helfen zu wollen. Indem er etwa in Klammern Informationen einfügt, die dem Leser die richtige Stimmung vermitteln helfen sollen. Aber auch der ständige Gebrauch von Fragezeichen ist für Wiegandt kein Zeichen von erzählerischer Souveränität. Worum es geht? Ein Literaturprofessor am Leipziger Literaturinstitut pendelt täglich zwischen Amsterdam und Leipzig und verliebt sich widerstrebend in eine Studentin. Mehr verrät Wiegandt nicht, wohl aber sein Missfallen darüber, dass sich Koch, selbst mehrfacher Gastdozent an besagtem Institut, nicht aus den heiligen Literaturstätten heraus auf die Straßen oder an die frische Luft getraut hat. Auf eine Formel gebracht: weniger Empirie und mehr Wirklichkeit sind erwünscht.

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