Sabine Hossenfelder

Das hässliche Universum

Warum unsere Suche nach Schönheit die Physik in die Sackgasse führt
Cover: Das hässliche Universum
S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2018
ISBN 9783103972467
Gebunden, 368 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Gabriele Gockel und Sonja Schuhmacher. Was läuft falsch in der gegenwärtigen Physik? Physiker glauben häufig, dass die besten Theorien schön, natürlich und elegant sind. Was schön ist, muss wahr sein, Schönheit unterscheidet erfolgreiche Theorien von schlechten. Sabine Hossenfelder zeigt jedoch, dass die Physik sich damit verrannt hat: Durch das Festhalten am Primat der Schönheit gibt es seit mehr als vier Jahrzehnten keinen Durchbruch in der Grundlagenphysik. Schlimmer noch, der Glaube an Schönheit ist so dogmatisch geworden, dass er nun in Konflikt mit wissenschaftlicher Objektivität gerät: Beobachtungen können nicht mehr länger die kühnsten Theorien wie z.B. Supersymmetrie bestätigen. Um aus dieser Sackgasse herauszukommen, muss die Physik ihre Methoden überdenken. Nur wenn Realität als das akzeptiert wird, was sie ist, kann Wissenschaft die Wahrheit erkennen.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 22.11.2018

Viel Sympathie für die Autorin schimmert in Lars Weisbrods - das Buch eher referierender - Rezension mit. Die Physikerin Sabine Hossenfelder verzweifelt an ihrem Fach - neue Beobachtungen sind kaum mehr möglich, weil sie zu teuer sind (wieviele Teilchenbeschleuniger kann man bauen?). Wenn man aber nichts neues mehr zu verarbeiten hat, sucht man als Ersatz - etwas Schönes. Das mag befriedigend sein, ist aber nicht wissenschaftlich. Um ihrem Verdacht nachzugehen, reiste die Physikerin um die Welt und unterhielt sich mit ihren Kollegen, so der Rezensent. Viele bestätigten, dass ihnen die Schönheit ihrer Theorie sehr wichtig ist. Und so wurde aus der Krise der Physik immer mehr eine Krise Hossenfelders, erklärt der Rezenssent, der das gut nachfühlen kann. Welcher Angestellte hat nicht schon mal gedacht: Warum mache ich das hier? Kurz: Ein Buch offenbar nicht nur für Physiker.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.10.2018

Rezensent Ulf von Rauchhaupt gibt zu bedenken, dass die Möglichkeiten der Fundamentalphysik begrenzt sind. Sabine Hossenfelders Hoffnungen auf die Rückkehr zu einer empirischen Physik kann er daher nicht teilen. Hossenfelders Buch gefällt ihm aber dennoch. Wie die Physikerin sich über die Stagnation ihrer Zunft echauffiert, Stringtheorie, Supersymmetrie und andere elegant erscheinende Theorien entzaubert, differenziert, strukturiert, findet er lesenswert: Weil sie die Gründe dafür erkundet, gut und unterhaltsam schreibt und sich den Humor bewahrt.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 27.09.2018

Rezensent Christian Speicher bekommt Angst um die Physik beim Lesen von Sabine Hossenfelders pessimistischer Darstellung der Grundlagenforschung ihres Faches. Die Hypothese der Physikerin und Bloggerin, die Konzentration auf Schönheit und ästhetische Maßstäbe habe ihre Zunft in die Irre geführt, findet er geradezu ketzerisch. Die Erklärung, worum es sich dabei genau handelt (Symmetrien statt Daten!), findet Speicher schon schwer zu begreifen. Noch komplizierter wird der Sachverhalt seiner Meinung nach durch das persönliche Lamento der Autorin, das zum Glück durch Innenansichten aus der Welt der Teilchenphysik kontrapunktiert wird, meint der Rezensent. Hossenfelders journalistische Befragungen namhafter Kollegen zum Thema gefallen ihm am besten am Buch.

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