Nach dem Tod ihres Großvaters erkundet die junge Journalistin Nele Leipert die Geschichte ihrer Familie. Sie verlässt Berlin und fährt nach Schlesien und schließlich nach Galizien, wo alles begann. Dort, am Ende der Welt, will sie einen alten Fluch bannen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 03.12.2010
Angetan zeigt sich Anja Hirsch von Sabrina Janeschs Roman "Katzenberge". Die Geschichte um die junge Nele Leibert, die sich auf Spurensuche nach ihrem galizischen Großvater begibt und den Leser in den Osten, in eine dunkle "Welt zwischen allen Welten" führt, beleuchtet für sie eindrucksvoll das "schmerzliche Schicksalsrad aus Deportation und Vertreibung". Dieses Thema scheint ihr von der Autorin erzählerisch überzeugend umgesetzt. Das große katastrophische Erleben erzeugt für die Rezensentin, eine düstere irreale Welt aus "Trauma und Aberglaube." Sie hebt die "atmosphärische Kraft" hervor, die der Roman hieraus bezieht. Zudem lobt sie Janeschs anschauliche Erzählweise und ihren gekonnten Einsatz von Bildern.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.11.2010
Als durchaus gewagten Gegenentwurf zu ironischen Erzählweisen sowie zu einer digitalisierten Erinnerungskultur, die wenig von der Arbeit des Erinnerns weiß, begreift Christian Schärf den Debütroman von Sabrina Janesch, der die Protagonistin auf der Such nach ihrer Herkunft tief ins östliche Polen reisen lässt. Erstaunlich erscheint Schärf die Reife der jungen Autorin, wenn es um die Herausarbeitung ihres Themas, dem Fremden, geht, das er unter der Oberfläche osteuropäischer Geschichte entdeckt. Fremd ist der Großvater, dessen Tod die Suche initiiert, im schlesischen Exil, fremd ist die Erzählerin im großväterlichen Galizien, in das sie immer tiefer eintaucht. Wie Janesch zwischen Gegenwart und Vergangenheit hin- und herwechselt und dadurch erst die versunkene Welt des Großvaters erschafft, das findet der Rezensent konzeptuell wie sprachlich großartig gemacht. Von der ein oder anderen stereotypen Zeichnung polnischer Landleute kann er da absehen.
Rezensionsnotiz zu
Die Tageszeitung, 06.10.2010
Im Großen und Ganzen findet die Rezensentin Nina Apin den Roman von Sabrina Janesch wirkungsmächtig, auch wenn die Gewichtung der unterschiedlichen Zeitebenen mit Fortschreiten der Geschichte ein wenig in Schieflage gerät. In Apins Augen geht es gegen Ende zu sehr um die Vergangenheit, die Gegenwart gerät ins Hintertreffen. In dem aus Vergangenem schöpfenden Erzählstrang, der viel mehr sei als eine "sentimentale Reise", geht es um die Lebensgeschichte des kürzlich gestorbenen Großvaters. Der Rezensentin gefällt der "melancholische Zauber", der sich da entfaltet. "Kraftvoll und poetisch" ist die Erzählung ihrer Meinung nach.
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