Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 08.04.2004
Die Erzählung des irakischen Diktators Saddam Hussein hat unsere Rezensentin Angela Schader bis zur Erschöpfung gelesen. Jedoch nicht, weil sie so zu fesseln vermag, wie es der Klappentext verspricht, sondern allein "um ihn bloß rasch hinter sich zu haben". Zwar gemahnt ein "hinkefüßiger Appell im kurzen Vorwort" den geneigten Leser daran, der Literatur eine Chance zu geben, auch wenn sie "aus der Feder eines Diktators stammt". Doch wird uns hier schlechterdings eine Geschichte vorgetragen, "die sich großherzig über die Fragen von Plausibilität, Dynamik und Schlüssigkeit hinwegsetzt", ächzt unsere wenig überraschte Rezensentin - keine Literatur also, sondern eine "auf keinem Realitätssinn gegründete und mit ihren eigenen Thesen nicht zu Rande kommende Fabel", die sich "am Schluss in plapperndes Chaos auflöst". Erzählt wird die Liebesgeschichte von Zabibah und dem König. Der Zweck der Liebe besteht selbstverständlich darin, das bedrohte Königreich zu retten, erklärt uns Schader. Hinsichtlich der verhandelten politischen Ideen, bekennt unsere Rezensentin, mag das Buch interessant sein - als "unfreiwilliges Zeugnis" eines "völlig verlogenen oder völlig verblendeten Machwerks".
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