Berlins Tiergarten ist mit einer Fläche von 210 Hektar nicht nur ein bedeutender Naherholungsraum, sondern auch ein grünes Biotop inmitten der Stadt. Im Vergleich etwa zum Central Park in New York oder dem Londoner Hyde Park weist er eine sehr hohe Biodiversität auf. Seine dichte Vegetation bietet den Stadtbewohnern Raum für jede Art der Freizeitgestaltung und Triebbefriedigung und gleichzeitig ein ungewöhnliches Maß der Koexistenz von Mensch, Fauna und Flora.
Tiergarten, Landscape of Transgression untersucht diesen Stadtwald als Landschaft der spezifischen Grenzüberschreitungen, in der ökonomische, urbane, kulturelle und politische Konventionen weitgehend außer Kraft gesetzt sind. Die Beiträge renommierter internationaler Autoren beleuchten verschiedene Aspekte des ehemaligen königlichen Jagdreviers unter biologischen, soziokulturellen, historischen, philosophischen und gesellschaftspolitischen Fragestellungen und machen deutlich, wie der Tiergarten im Rahmen einer auf Nachverdichtung ausgerichteten Stadtentwicklung als mehrdeutiges räumliches Modell inselartiger Lebenswelten dienen kann.
Rezensentin Sophie Jung erfährt aus den Aufsätzen in dem von den beiden Architekten Sandra Bartoli und Jörg Stollmann herausgegebenen Band, wie sich Mensch, Technik und Natur zueinanderfinden können. Wo die Grenzen zwischen Zivilisation und Wildnis sich auflösen, was das bedeutet und welche Chancen sich daraus ergeben, zeigen die Autoren ihr anhand des Berliner Tiergartens - in Fotografien und der Auseinandersetzung mit der Individualität und der Sprache der Pflanzen (Stefano Mancuso) oder mit der Anpassungsfähigkeit von Singvögeln (Chris Wilbert). Den Rat, Pflanzen, Tiere und Menschen öfter mal sich selbst zu überlassen, nimmt Jung aus der Lektüre mit.
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