Der Wald bedeutet für jeden etwas anderes: Für die einen ist er ein wichtiger Klimaschützer, für andere ein Raum der Erholung oder sportlichen Betätigung, für die nächsten ein wirtschaftlicher Faktor, der Holz zu liefern hat. Josef H. Reichholf nimmt uns mit auf eine Reise in heimische Wälder, klärt auf und begeistert, ordnet ein und überrascht. Er durchwandert urwaldartige Auwälder und Fichtenforste; erkundet den blühenden Frühsommer ebenso wie den vermeintlich kargen Winter; blickt zurück in die Geschichte der Waldnutzung und voraus in die ungewisse Zukunft vieler Baumarten. Indem er das große Ganze ebenso betrachtet wie mikroskopisch kleine Vorgänge, macht er die Vielfalt der Natur im Wald greifbar und liefert eine Einführung in einen der wichtigsten Lebensräume unseres Planeten.
Rezensentin Christina Janssen freut sich über den zweiten Band von Josef H. Reichholfs Natur-Trilogie. Was der Professor für Gewässerökologie und Naturschutz über den Wald, den Unterschied zum Forst, über Mikrostrukturen des Zusammenlebens, über Forstwirtschaft und vermeintliche und echte Plagen zu berichten hat, erscheint Janssen so lehrreich wie wichtig. Eine eingängige Sprache und ein Haufen Wissen zu einem Crashkurs in Ökologie verschnitten, der auch ungenehme Wahrheiten nicht scheut, jubelt Janssen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.07.2022
Rezensentin Petra Ahne bekommt mit Josef H. Reicholfs Buch über den Wald eine nüchtern-distanzierte, solide Darstellung eines bedrohten Ökosystems. Der Aufbau des Baumes und des Blattes, die Schichten des Waldbodens oder auch der Jahreszyklus des Waldes ist Ahne nach der Lektüre vertrauter. Dafür sorgen im Buch eine klare Struktur und die Lesbarkeit eines guten Biologiebuches, so Ahne. Dass der Wald gefährdet ist, unterschlägt der Autor nicht, doch er vertritt durchaus strittige Thesen, etwa wenn er Kahlschlag nicht rundweg ablehnt, erklärt die Rezensentin.
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