Aus dem Amerikanischen von Eva Bonné. San Francisco. Claire DeWitts Ex-Freund Paul wurde in seiner Wohnung erschossen, seine wertvollen Gitarren gestohlen. Alles deutet auf einen Raubmord. Seltsamerweise verkraftet Pauls Ehefrau Lydia den Tod ihres Mannes besser als Claire. Zu viele Freunde hat die brillante Ermittlerin schon an den Tod verloren. Sie muss herausfinden, was wirklich geschah. Claires stetig steigender Drogenkonsum ist ihr Betäubung und geniale Ermittlungshilfe zugleich. Doch längst hat sie die Grenze überschritten, die sie vor einem tödlichen Absturz bewahrt.
Im Perlentaucher:
Liebe wie Blut
Banalitäten und Klischees schwirren durch die Zeilen wie sonst nur Pistolenkugeln. Dagegen ist der Plot gerade im Vergleich zu den dichten Marihuanaschwaden und breiten Kokslinien ausgesprochen dünn. Thekla Dannenberg in Mord und Ratschlag
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 18.06.2013
Nicht nur als Krimi, sondern als philosophisch-melancholische Lebensbetrachtung möchte Sylvia Staude diesen Roman der Amerikanerin Sara Gran empfehlen, in dem die "weltbeste Detektivin" Claire deWitt den Mord an ihrem Ex-Freund aufklären muss, das verschwinden einer Jugendfreundin und den Raub von Minipferden. Dass Claire deWitt dabei weniger der Logik folgt als der Intuition, findet Staude sehr nachvollziehbar, ihren heftigen Drogenkonsum angesichts des Zustands der Welt mehr als verständlich. Eine echte Belebung für das starpazierte Genre, findet Staude.
Sara Grans junge Krimi-Reihe über die koksende und esoterischen Lehren zugeneigte Ermittlerin Claire DeWitt ist ein so frisches, wie faszinierendes Phänomen in der deutschen Literaturlandschaft, freut sich Rezensentin Katharina Granzin. Ein Phänomen, das selbst die amerikanische Autorin, deren Erfolg zuhause sich mit dem in Deutschland nicht messen lässt, in Staunen versetzt und das sich unter anderem auch darin zeigt, dass ihr nun vorliegender zweiter DeWitt-Roman in der deutschen Übersetzung noch vor der amerikanischen Originalausgabe erscheint. Die Rezensentin verwundert dieser Erfolg nicht, orientiere sich Gran doch spürbar an den großen amerikanischen Fernsehserien. So erzählt zum Beispiel jeder Band zwar eine abgeschlossene Geschichte, beobachtet Granzin, aber auch übergreifende Storyelemente seien eingewoben und die Figur der DeWitt entwickle sich spürbar: Der zweite Band zeichnet sich für die Rezensentin vor allem auch durch eine Verschiebung des Skurrilen ins Düstere aus, etwa wenn DeWitt "sich an den Rand des Zusammenbruchs kokst" und Esoterik eine weniger prominente Rolle spielt. Es dauert lange, meint Granzin anerkennend, bis man bemerkt, wie kaputt diese Figur eigentlich wirklich ist. Auch deshalb kann sie den dritten Band der Reihe kaum abwarten: Das Prinzip der süchtig machenden Serie geht auf.
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