In einer beschaulichen Gemeinde in Brandenburg leben viele junge Familien aus Berlin. Als plötzlich ein Kind verschwindet, bricht die glatte Oberfläche des freundlichen Miteinanders der kultivierten Akademiker ein, zum Vorschein kommen Gier, Angst und Betrug. Silvio Huonder gehört zu den wichtigsten Stimmen der Gegenwartsliteratur der Schweiz. In "Dicht am Wasser" verbindet er Thriller und Drama, um eine unheimliche Geschichte aus der Mitte des gebildeten Wohlstands zu erzählen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.09.2009
Sabine Doering stellt den Roman des Schweizer Autors Silvio Huonder vor, der seine Geschichte um Lüge, Betrug und Untreue unter der idyllischen Oberfläche stadtflüchtiger Bildungsbürgerlichkeit in seiner Wahlheimat in der Nähe Berlins angesiedelt hat. An diesem fiktiven Ort an einem Havelsee verschwindet der 9-jährige Sohn einer Bioladenbetreiberin, die währenddessen ein geheimes Stelldichein mit dem Musiklehrer des Ortes hat, lässt die Rezensentin wissen. Seltsam und manchmal anscheinend durchaus irritierend mutet ihr die dominante Erzählperspektive des Romans an, die sich allwissend und kulturkritisch gibt, deren Sprecher sich letztlich aber auch in das unmoralische Treiben des Dorfes verwickelt entpuppt. Leider gerate der Roman sprachlich allerdings mehr und mehr aus dem Lot, so die Rezensentin unzufrieden, die immerhin erleichtert wirkt, dass dieser Roman, der ihr offenkundig alles in allem zu leichtgewichtig geraten ist, zumindest offen endet, auch wenn der verschwundene Junge schließlich unbeschadet aus einer Jauchegrube gezogen wird.
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