Galiani Verlag, Berlin 2026
ISBN
9783869713199 Gebunden, 288 Seiten, 24,00
EUR
Klappentext
Zwei Brüder, Frankie und Freddie Lehmann. Eine verlorene Tasche. Schnee. Und das Hin und Her der Himmelsmacht. Frankie und Freddie Lehmann, zwei Brüder aus Bremen in Westberlin im Jahr 1980. Während der eine seit Wochen damit beschäftigt ist, in Kreuzberg Fuß zu fassen, will der andere weiterziehen nach New York, musste aber erst einmal am Kudamm im Probandenhotel wohnen und als Versuchskaninchen für Antidepressiva herhalten. Jetzt, einen Tag vor Heiligabend, hat er Angst vor Menschen, kann nicht mehr U-Bahn fahren und verliert eine wichtige Tasche.Sven Regener schickt die beiden auf eine Odyssee durch eine Stadt zwischen den Welten, einen Ort von Spaß und Kälte, Trotz und Anarchie, Resignation und Überlebenswillen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 14.09.2026
Rezensent Paul Buschnegg scheint kein großer Fan zu sein von Sven Regeners Lehmann-Universum und Regeners alles andere als temporeichem Stil. Die vielen im Schneckentempo unternommenen Umwege durch das Berlin der 1980er, die der junge Lehmann in diesem Prequel zum verfilmten Erfolgsroman mit seinem Bruder abreißt, gehen Buschnegg offenbar ein bisschen auf die Nerven. Auch der Plot gibt nicht viel her, findet Buschnegg. Die im Roman anklingende Früher-war- alles-besser-Romantik kann der Rezensent nur ertragen, weil Regener hin und wieder erstaunliche Erkenntnisse einfließen lässt, etwa über den Zauber der Jugend. In diesen Momenten wirkt das alte Berlin auf Buschnegg geradezu poetisch schön.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 08.09.2026
Das Buch spielt einen Tag vor Weihnachten, und es wird im sich bereits annoncierenden Herbst auf den Markt geworfen - das wird auf jeden Fall ein Knaller! Zumal Rezensent Jakob Biazza aufrichtig begeistert klingt. Es ist schon der siebte "Herr Lehmann"-Roman von Regener, dessen Gesamtwerk nun schon fast die selbe Seitenzahl aufweist wie die Bibel, und ihm gehen weder der Witz noch eine angemessen dosierte Sentimentalität aus. Biazza schlürft das Buch wie eine Droge weg, sagen wir, wie ein Grippemittel mit ein bisschen Speed, das den Rezensenten wieder richtig auf die Beine bringt. Die Handlung spielt dabei kaum eine Rolle. Es geht irgendwie um eine verlorene Tasche und ein sich kabbelndes und liebendes Bruderpaar in Berlin um 1980. Eine Frau kommt auch vor, sie ist die Grippepatientin.
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