Aus dem Englischen von Matthias Fienbork. Die Erinnerungen der Kosmopolitin, die in Rom ebenso zu Hause war wie in Paris, London oder an der Cote d'Azur, die Literatur, Malerei und gutes Essen fast so sehr schätzte wie ihre Freundschaften mit den europäischen Künstlern und Dichtern ihrer Zeit, sind eine Fundgrube für all jene Leser, die sich den Reichtum und die Dramatik des zwanzigsten Jahrhunderts anhand einer außergewöhnlichen Lebensgeschichte vor Augen führen möchten.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 25.01.2007
Rezensentin Yvonne Gebauer mochte die Erinnerungen der englischen Schriftstellerin mit deutsch-jüdischen Wurzeln und auch den Plauderton, mit dem sie sich noch einmal an das vergangene Jahrhundert erinnert, das sie fast in seiner Gänze erleben konnte. Zwar räumt sie ein, dass die Erinnerungen ein wenig unordentlich ausgefallen sind und man sich schon auf Sybille Bedfords ganz eigene, beiläufige Erzählweise einlassen müsse. Der Rezensentin selbst scheint das aber nicht sehr schwer gefallen zu sein, sich in dem "Durcheinander von Orten und Zeiten" samt atmosphärischer Schilderungen und Begegnungen mit bedeutenden Zeitgenossen zurechtzufinden. Manchmal sieht sie am Rand sogar "Politik-, Welt- und Kriegsgeschehen" auftauchen. Insgesamt kommt dieses erinnerte Leben Gebauer zufolge aber mit den Katastrophen des letzten Jahrhundert, wie sie schreibt, kaum in Berührung. Doch dafür chauffiert sie im "glühend heißen" Sommer 1940 den Pudel der Familie Mann mit dem Auto quer durch Amerika.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.10.2006
Nicht weniger als den Abschluss eines "leuchtenden" Lebenswerkes sieht Felicitas von Lovenberg in Sybille Bedfords Erinnerungsband. Bemerkenswert erscheint ihr sowohl die Frau selbst, als auch ihr Eingebundensein in Zeit und Raum. Lebensgeschichte wird zur europäischen Kulturgeschichte, namentlich jener der Haute Culture der Zwischenkriegsjahre. So vielfältig bedeutsam wie Lovenberg den Band taxiert, so uneinheitlich ist seine Erscheinungsform. Die Rezensentin steht vor einem Puzzle aus Anekdoten, Persönlichkeiten und Begebenheiten. Der "munter-nüchterne" Ton, der "elliptische, impressionistische Stil" (den der Übersetzer laut Lovenberg "glänzend" handhabt) - für Lovenberg repräsentieren sie Leidenschaft und Distanz, die beiden Schreibhaltungen der Autorin.
Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Nelio Biedermann: Lázár Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als… Lukas Rietzschel: Sanditz Ein imposantes Bild der deutschen Gesellschaft - von der DDR bis in die GegenwartSanditz, eine Kleinstadt am Rande der Republik. Hier leben alte Offiziere, Bürgerrechtler,… Elizabeth Strout: Erzähl mir alles Aus dem Englischen von Sabine Roth. Elizabeth Strout kehrt zurück in die Küstenstadt Crosby in Maine - zu ihren Heldinnen Lucy Barton und Olive Kitteridge. Es ist Herbst…