Tessa de Loo

Der Sohn aus Spanien

Roman
Cover: Der Sohn aus Spanien
C. Bertelsmann Verlag, München 2005
ISBN 9783570008669
Gebunden, 207 Seiten, 16,00 EUR

Klappentext

Aus dem Niederländischen von Waltraud Hüsmert. Gerlof de Windt hat nicht mehr lange zu leben. Sein 80. Geburtstag soll noch einmal im Kreis seiner vier Kinder gefeiert werden. Doch unter der Oberfläche sorgfältig arrangierter Harmonie schwelen Konflikte, deren Auslöser oft viele Jahre zurückliegen. Edwin, der Älteste, hat es als Manager zu etwas gebracht, aber Frau und Tochter vernachlässigt; Floor, seine Frau, ist depressiv und unzufrieden; Hilde, de Windts einzige Tochter, hat ihr Leben ganz ihrem Beruf als Psychotherapeutin verschrieben; Frank, der jüngste Sohn, ist Modefotograf und reist ruhelos um die Welt. Überraschungsgast ist Bardo, der "verlorene Sohn". Er verließ die Familie vor Jahren nach einer tragischen Liebesaffäre und lebt ein unkonventionelles, aber ausgefülltes Leben in Spanien. Das Zusammentreffen der Geschwister lässt alte Wunden aufbrechen. Im Streit um die künftige Versorgung des sterbenskranken Vaters lassen Gekränkte, Vernachlässigte und Enttäuschte ihren Gefühlen freien Lauf und zerreißen den mühsam gewahrten Schein familiärer Bindungen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.09.2005

Tessa de Loo malt in ihrem jüngsten Roman das "recht vertraute" Bild vom "Einbruch des Fremden" ins Bekannte, stellt Andrea Neuhaus fest. Der lange abgetauchte Sohn Bardo kommt zum Geburtstag des 80-jährigen, todkranken Vaters zurück und zwingt seine Geschwister dazu, hinter die Fassade ihres geordneten Lebens zu blicken. Allerdings stört sich die Rezensentin an der Figurenzeichnung, die ihr zu "vorhersehbar" und "plakativ" geraten ist. Am überzeugendsten scheinen ihr deshalb auch die Passagen, wo die niederländische Autorin "ganz nah" an ihre Protagonisten heranrückt und hinter ihre "Selbsttäuschungen" blicken lässt. Alles in allem ist der Roman durchaus "leicht, nett erzählt", räumt die Rezensentin ein. Sie fragt sich aber, was uns die Geschichte lehren soll. Denn undeutlich bleibt, ob De Loo sich dafür stark macht, den "großen Gefühlen" zu folgen und aus dem bürgerlichen Leben auszubrechen, oder ob sie nicht eher demonstriert, dass ein wirklicher "Neuanfang" gar nicht möglich ist, so die Rezensentin unzufrieden.

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