Tivadar Soros

Maskerade

Die Memoiren eines Überlebenskünstlers
Cover: Maskerade
Deutsche Verlags-Anstalt (DVA), Stuttgart - München 2003
ISBN 9783421054968
Gebunden, 317 Seiten, 24,90 EUR

Klappentext

Mit einem Vorwort von Paul und George Soros und einem Nachwort von Humphrey Tonkin. Aus dem Englischen von Holger Fliessbach. Die fesselnden Erinnerungen des jüdischen Anwalts Tivadar Soros an die Zeit der deutschen Besetzung Ungarns vom März 1944 bis zum Januar 1945.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 19.02.2004

Ulrich M. Schmid meint, dass es sehr selten und besonders "aufschlussreich" ist, wenn ein Vater aus dem Schatten seines berühmten Sohnes heraustritt, wie im Fall des ungarischen Rechtsanwalts Tivadar Soros, dessen Memoiren 1965 auf Esperanto erschienen und jetzt auf Deutsch vorliegen. Der Sohn, George Soros ist als Geschäftsmann in Amerika im Immobilien- und Finanzbereich zu ungeheurem Reichtum gelangt und hat im weiteren Verlauf diesen Reichtum genutzt, um zahlreiche wissenschaftliche und kulturelle Projekte in Osteuropa zu finanzieren, teilt der Rezensent mit. Woher das Bedürfnis rührt, seinen Reichtum für gemeinnützige Zwecke zu nutzen, lassen diese Lebenserinnerungen des Vaters erahnen, lobt Schmid, der die "außergewöhnliche Statur" und das "mutige und selbstlose Verhalten" des Autors hervorhebt, der nur unter falschen Identitäten und in wechselnden Verstecken die Nazibesetzung in Ungarn überlebte.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 14.03.2003

"Sehr lesenswert" findet Rezensent Arpad von Klimo die Erinnerungen Tivadar Soros' an sein gefährliches Leben als Jude im besetzten Budapest. Der Vater des Finanzmanagers George Soros schildere in seinem erstmals 1965 in den USA erschienen Werk eindrucksvoll, wie eine Reihe von instinktiv richtigen Entscheidungen und die bewusste Umkehrung der Logik des Holocausts durch perfekte "Maskerade" ihn und seine Familie vor dem Tod bewahrten, fasst Klimo zusammen und sieht diese Perspektive durch ein Vorwort von Soros' Söhnen George und Paul und ein ausführliches Nachwort des Übersetzers Humphrey Tonkin abgerundet. Weniger glücklich ist Klimo allerdings mit der äußeren Form des Textes. Soros schrieb sein Buch in Esperanto, doch der deutschen Version liegt die englische Übersetzung zugrunde, erklärt der Rezensent. Dadurch sei es zu einigen sprachlichen Ungenauigkeiten und Stilblüten gekommen, die für den Rezensenten den Wert des Buches in seiner Gesamtheit allerdings nicht schmälern.

Beliebte Bücher

Julian Barnes. Abschied(e). Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln, 2026.Julian Barnes: Abschied(e)
Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte…
Elias Hirschl. Schleifen - Roman. Paul Zsolnay Verlag, Wien, 2026.Elias Hirschl: Schleifen
Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In…
Dorothee Elmiger. Die Holländerinnen - Roman. Carl Hanser Verlag, München, 2025.Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen
Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter…
Leila Slimani. Trag das Feuer weiter - Roman . Luchterhand Literaturverlag, München, 2026.Leila Slimani: Trag das Feuer weiter
Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…