Ulrike Almut Sandig

Dickicht

Gedichte
Cover: Dickicht
Schöffling und Co. Verlag, Frankfurt am Main 2011
ISBN 9783895611865
Gebunden, 79 Seiten, 16,95 EUR

Klappentext

In ihrem letzten Gedichtband war Ulrike Almut Sandig unterwegs zu einem beweglichen Ort mit Namen "Streumen". Unterwegs zu imaginären Gebieten ist sie auch in ihrem neuen Buch "Dickicht". Die lange Reise in einen magisch phantastischen Süden führt vertikal durch den Globus und kreuzt nicht zuletzt auch "den richtigen Weg zum gemeinsamen Treffpunkt, zur Mitte der Welt".

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.07.2011

Zweimal steht mitten im Satz einfach STOP und das Gedicht ist zuende. Und immer wieder geht es mit Absicht ins "Dickicht" - da ist der Titel des Bands programmatisch. Das Dickicht der Sprache, die allerdings von Ulrike Almut Sandig, so der Rezensent Wulf Segebrecht, in bewusst dialektischer Absicht eingesetzt wird: Indem im Gedicht das "Nichtvorhandene" sprachlich als solches benannt wird, ist es - auf seine Art - dann doch existent. Durchaus selbstbewusst als Beschwörerin und Bewahrerin der Dinge durch Sprache tritt die Autorin mit diesen Gedichten auf und wird, versichert Segebrecht, auch mit der einen oder anderen Aporie spielend fertig. Überhaupt liest sich diese Kritik ohne tadelndes Wort als dringende Empfehlung zu Kauf und Lektüre.
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 17.03.2011

Rezensent Andreas Wirthensohn entschuldigt sich halb dafür, dass er Ulrike Almut Sandig als "die große Romantikerin unter den jungen Lyrikerinnen" bezeichnet. Und so ist seiner Besprechung ihres Gedichtbandes "Dickicht" auch über weite Strecken kaum zu entnehmen, ob das Romantik-Siegel in diesem Fall hohe oder eher geringe Qualität ausweisen soll. Wirthensohn analysiert: Das dem Band seinen Titel leihende Poem "Dickicht" exponiert Wunschcharakter, wobei die Wünsche sich selbst genügen und keine Erfüllung ersehnen. Ferner: Symmetrisch angelegt ist das Buch, dessen erste Hälfte den Norden erforscht, während die zweite den Süden fokussiert. Erst am Ende der Rezension fasst Wirthensohn sein Urteil in klare Worte, die nur als Kaufempfehlung verstanden werden können. Der "Zauber" von Sandigs Lyrik geht demnach von einer eigentümlichen Mischung aus Bodenhaftung und Verträumtheit aus. Zuhause fühlt sich der Rezensent hier, sicher im Vertrauten und doch fasziniert vom Fremden, Unbekannten, Außergewöhnlichen. Romantik hat also doch ihr Gutes.

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