Klaus Wagenbach Verlag, Berlin 2026
ISBN
9783803137685 Broschiert, 160 Seiten, 20,00
EUR
Klappentext
Städte sind das Brennglas für die Möglichkeiten und Begrenzungen von Transformation, denn hier werden gesellschaftliche Veränderungsprozesse konkret. Die Herausforderungen sind gewaltig. Da Städte institutionell stark auf Stabilität und Kontinuität ausgerichtet sind, steckt die Organisation von Wandel voller Tücken. Uwe Schneidewind wirft nach fünf Jahren als Wuppertaler Oberbürgermeister einen Blick zurück in den urbanen Maschinenraum. Ob Schwimmbad, Schulbau, Nahverkehr - Schneidewind beschreibt das alltägliche Systemversagen im Lokalen und gleichzeitig, wie sich doch etwas bewegen kann. Denn gerade in der vermeintlichen Ohnmacht entstehen Inseln des Gelingens. Wenn erfolgreiche Projekte wachsen und Engagierte sich vernetzen, setzen sie den Keim für Veränderung. In diesem Sinne macht dieses instruktive und an vielen plastischen Beispielen reiche Buch Hoffnung.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 04.07.2026
Rezensentin Thekla Danneberg liest Uwe Schneidewinds Buch mit Gewinn. Der Autor, der einst als Transformationsforscher arbeitete, wurde 2020 Oberbürgermeister Wuppertals, jetzt ist er aus dem Amt ausgeschieden und blickt ziemlich ernüchtert auf seine Zeit in der Stadtpolitik zurück. Tatsächlich hält er sich selbst für gescheitert. Schuld daran ist in seinen Augen eine Politikkultur, in der Parteizugehörigkeit wichtiger ist als Expertise; sowie, vor allem, Bürokratie-Overkill und die Tendenz, Rechtssicherheit höher zu werten als eine funktionierende Verwaltung. Allzu systematisch ist das alles nicht geschrieben, eher "frei von der Leber weg", so die Kritikerin, die außerdem moniert, dass Schneidewind etwas zu pauschal über die politische Sphäre schimpft. Politik ist bei ihm etwas, das immer nur die anderen machen, er selbst schwebt über den Dingen, seine Ausführungen haben teils eine technokratische Schlagseite. Dennoch finden sich, so das insgesamt positive Fazit, viele wichtige Ansätze in diesem Buch, dem es gelingt, "aus dem Inneren heraus Mechanismen offenzulegen, die Politik oft unwirksam machen".
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 23.03.2026
Rezensentin Claudia Henzler liest mit Spannung das Buch des ehemaligen Leiters des Wuppertal-Instituts für Klima, Umwelt und Energie und polischen Quereinsteigers Uwe Schneidewind. Was der Ökonom als grüner Oberbürgermeister von Wuppertal erlebte, ist laut Henzler Stoff für eine TV-Soap. Was genau das Buch darstellt, ist Henzler weniger klar: Reform-Plädoyer, Abrechnung mit Politikern, deren Hauptaktivität im Schittchen-Essen besteht? Klar ist Henzler allerdings, dass die Bilanz eher negativ ausfällt. Schneidewind beklagt u.a. den Blockade-Föderalismus oder die Überflüssigkeit der Stadträte. Dass der Autor hier wissenschaftlich argumentiert und Vorschläge macht, findet Henzler interessant, auch wenn vieles nur angerissen wird, wie sie feststellt. Gut gefällt ihr auch, dass der Autor Seitenblicke auf positive Beispiele von Stadtpolitik wirft, etwa Richtung Bochum.
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