Walther Killy, Rudolf Vierhaus (Hg.)

Deutsche Biografische Enzyklopädie

10 Bände
Cover: Deutsche Biografische Enzyklopädie
K. G. Saur Verlag, München 1995-1999
ISBN 9783598231865
Gebunden, 6852 Seiten, 858,97 EUR

Klappentext

Zusammen mit dem dtv-Verlag. Die Enzyklopädie besteht aus zehn Bänden, die in Leinen gebunden sind. Es gibt sie auch in Halbleder gebunden (ISBN 3598231601) für 3.980,00 DM.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 08.01.2003

Franziska Augstein entdeckt starke und schwächere Aspekte an diesem biografischen Nachschlagewerk. Einerseits findet sie es etwas bedauerlich, wie knapp die Einträge - zum Beispiel verglichen mit dem englischen Pendant - ausgefallen sind und beklagt, dass angesichts dieser Reduziertheit manche Lebensgeschichte nicht besondern lebendig wirke. Andererseits lobt sie die "variantenreiche" Sprache, die so manches diesbezügliches Manko wieder ausgleiche. Obwohl Augstein sich bei manchen Personen wundert, warum sie in dieses Buch aufgenommen wurden, während sie andere vermisst - und sich in diesem Zusammenhang fragt, ob nicht doch eine Wertung mit diesem Ein- beziehungsweise Ausschluss verbunden ist - ist sie mit dem hier verwendeten Kulturbegriff doch einverstanden. Dieser Begriff definiert, so Augstein, "'deutsch' lieber kulturell als territorial oder gar genetisch".

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.10.2000

Offensichtlich handelt es sich bei der Rezension dieses elften Bandes um die weitere Folge einer Fortsetzungsgeschichte. Mit den beiden zu früheren Bänden erschienenen Besprechungen, das lässt der Rezensent Andreas Platthaus durchblicken, war der Herausgeber gar nicht einverstanden. Dennoch: das Urteil bleibt auch nach Erscheinen des Nachtrags-Bandes zwiespältig. Gelobt wird, dass von der FAZ angemahnte Beiträge zu Andreas Baader und Karl Blossfeldt nun aufgenommen wurden, dennoch aber zeugen diverse Auslassungen, so Platthaus, von "partieller Schwachsichtigkeit". Mit den Artikeln selbst hat der Rezensent auch so seine Schwierigkeiten: die Gewichtung scheint ihm oft wenig nachvollziehbar, der Eindruck umfassender Information, den viele der längeren Artikel erwecken, müsse zu Enttäuschungen führen. Andererseits: wo sonst, fragt Platthaus, lassen sich "56 000 Lemmata zu deutschen Persönlichkeiten" finden?

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.11.1999

Viel Gnade findet das monumentale Werk bei Andreas Platthaus nicht. Seiner Meinung nach ist ein solches biografisches Nachschlagewerk vor allem dazu da, Personen aus der "zweiten Reihe", die historisch von Bedeutung waren, ohne dauerhaften Nachruhm zu erringen, zu würdigen. Und was macht diese Enzyklopädie? Nur die Personen aus der "ersten Reihe", die sattsam Bekannten, werden nach Platthaus in ausführlichen, von Autoren gezeichneten Artikeln dargestellt. Die Kurzartikel zu allen anderen Personen, so schimpft Platthaus weiter, seien mehr oder weniger aus dem Munzinger-Archiv oder aus anderen Lexika kompiliert. Hinzu komme eine Fixierung auf die jüngere Vergangenheit. Nein, dieses Werk "arbeitet nach der Logik des Vergessens". Platthaus empfiehlt Geduld und die "Neue Deutsche Biografie", die allerdings nach 46 Jahren erst beim Buchstaben "P" angelangt sei.
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