Aus dem Amerikanischen von Sylvia Spatz. April 2007, eine Kleinstadt in der Nähe von Boston: Der dreizehnjährige Ben Riffkin wird auf seinem Schulweg erstochen aufgefunden. Ben war ein Mitschüler von Jacob. Andrew Barber, Jacobs Vater, ist Staatsanwalt, übernimmt das Verfahren und trifft in der Schule auf eine Mauer beredten Schweigens. Auf Facebook sprechen Jacobs Freunde dagegen eine deutliche Sprache. Sie beschuldigen Jacob, und schon bald entwickelt der Fall eine Dynamik, die das Leben der Familie Barber von Grund auf verändert: Ist Jacob ein normaler Junge? Eine Frage, die Andrew Barber auch zu einer Auseinandersetzung mit seiner verdrängten Kindheit führt. Der Albtraum scheint sich gerade aufzulösen, da verschwindet ein Mädchen. Und Jacob war mit ihr befreundet.
Schade, sagt Katharina Granzin nach Lektüre dieses zwar "recht spannenden", sein Potenzial aber nicht ausschöpfenden Justizthrillers, aus dessen Detailverliebtheit die Rezensentin schließt, dass der Autor seinem früheren juristischen Beruf wohl mit einiger Begeisterung nachgegangen sein muss. In der Ausgangsstellung liegt die Enttäuschung freilich nicht begründet: Die Geschichte eines selbst zwar unschuldigen Vaters, dessen männliche Vorfahren allesamt wegen Mordes einsaßen und der sich nun damit konfrontiert sieht, dass sein eigener Sohn ebenfalls eines Mordes bezichtigt wird, hält die Rezensentin insbesondere auch wegen des handwerklich geschickten Aufgriffs "humangenetischer Fragestellungen" eines Justizthrillers ohne weiteres für würdig. Doch reibt sich Granzin an den allgemeinen literarischen Techniken, die hier offenbar zu wünschen übrig lassen: Manches wirke überkonstruiert, vieles versande im Oberflächlichen, die Figurenzeichnung gerate "im Allgemeinen schlicht".
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