Winfried Nerdinger

Architektur in Deutschland im 20. Jahrhundert

Geschichte, Gesellschaft, Funktionen
Cover: Architektur in Deutschland im 20. Jahrhundert
C.H. Beck Verlag, München 2023
ISBN 9783406807107
Gebunden, 816 Seiten, 49,90 EUR

Klappentext

Mit diesem Buch legt Winfried Nerdinger, renommierter und vielfach ausgezeichneter Architekturhistoriker, einen umfassenden Überblick zur Architektur in Deutschland im 20. Jahrhundert vor. Es sind hundert prägende Jahre, von Peter Behrens bis Günter Behnisch, vom Völkerschlachtdenkmal und Faguswerk bis zur Stalinallee und dem neuen Bundestag - hundert Jahre, in denen sich Deutschlands städtebauliches Bild prägend herausbildet. Erstmals werden hier Architektur und Städtebau im Zusammenhang der gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und technischen Entwicklungen vorgestellt. Der Schwerpunkt dieser Geschichte der Architektur in Deutschland liegt auf dem Zeitraum 1890 bis 1990 - vom Kaiserreich bis zur Wiedervereinigung. Die Umbrüche 1918/19, 1933 und 1945 verändern jeweils die äußeren Rahmenbedingungen, ab 1945 spaltet sich das Bauwesen in die Besatzungszonen auf und nach der Gründung von BRD und DDR 1949 werden die Entwicklungen in Ost und West von Konkurrenz und Konvergenz bestimmt. Mit der politischen Einigung verbinden sich die verschiedenen Architekturstränge wieder, das Jahr 1990 bildet daher eine wichtige Zäsur. Ein Ausblick auf die Zeit nach 1990 beschließt diese facettenreiche Sozial-, Wirtschafts-, Institutionen- und Technikgeschichte der Architektur. Die hundert prägenden Jahre der Architektur in Deutschland zwischen 1890 bis 1990 Die Grundlagen und Bedingungen der Architektur werden beleuchtet Die Geschichte der Moderne wird miterzählt Architektur als Teil der deutschen Geschichte Politische Ereignisse geben die Struktur vor

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.01.2024

Viel Aufwand für nicht gar so viel Ertrag: So urteilt Rezensent Michael Mönninger über Winfried Nerdingers umfangreiche Studie zur deutschen Architektur des 20. Jahrhunderts. Im Zentrum steht dabei, erfahren wir, die Verbindung von Architektur- und Sozialgeschichte, es geht darum, aufzuzeigen, wie sich die Architektur ganz unterschiedlichen politischen Systemen anzudienen versteht. Ihren Anfang nimmt die Geschichte, zeichnet Mönninger die Argumentation nach, mit der vom Bürgertum vorangetriebenen Modernisierung im Wilhelminismus, der ab dem späten 19. Jahrhundert Deutschlands Architekturszene erfasst und unter anderem in monumentalen Verwaltungsbauten resultierte. Mönninger merkt an, dass die eher künstlerischen Aspekte der Entwicklung im Buch des Architekturhistorikers tendenziell unter den Tisch fallen, gerade auch im Vergleich mit den Arbeiten des Nerdinger-Kollegen Wolfgang Pehnt. Jedenfalls, fährt die Rekonstruktion des Buchs fort, wird bald der Militarismus zur zentralen Treibkraft der Architektur, in der NS-Zeit wird der dominierende Funktionalismus in Industriebauten direkt Teil der Kriegsmaschinerie. Auch über die Kontinuitäten nationalsozialistischer Baupolitik in beiden deutschen Staaten schreibt Nerdinger, heißt es weiter, und bezogen auf aktuelle Trends oder auch einzelne Bauwerke wie das neue Berliner Stadtschloss spitze Nerdinger seine Kritik weiter zu. Die Gnade des Autoren finden nur wenige Bauten, erläutert Mönninger, der der Meinung ist, dass die bloße Aufzählung diverser Architekturskandale dem Thema des Buchs letztlich nicht gerecht wird.
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