In einem kundig recherchierten und fußnotenreichen Artikel
untersucht der
Philosoph Philippe Lacour die Rolle der wissenschaftlichen Bewertung bei
Wikipedia. Die Entwicklung der Internet-Enzyklopädie bejahe eine Logik der Fragmentierung und Wiederzusammensetzung von Wissen und digitalen Inhalten, die zweifellos eine neue Form des intellektuellen Lebens ankündige. "Deshalb ist die Enzyklopädie Wikipedia als solche weniger bedeutsam als die
Prinzipien, die sie veranschaulicht: simultane Bearbeitung, einfache Sprache, Modellierbarkeit und Weiterentwickelbarkeit des produzierten Objekts. (...) Trotz der Banalität vieler spontaner virtueller Erzeugnisse im Netz begreift man die Originalität der hier entstehenden Figur des
Intellektuellen: zugleich kritisch und engagiert (Sartre), spezifisch (Foucault), kollektiv (Bourdieu) und virtuell - ein
wahrer DJ des digitalen Wissens."