Perlentaucher-Autor

Thierry Chervel

Thierry Chervel, geboren 1957, hat in Berlin Musikwissenschaften studiert. Er war Redakteur bei der taz (Film, Musik, Tagesthemen), freier Autor bei der FAZ und anderen Zeitungen, Kulturkorrespondent für die Süddeutsche Zeitung in Paris und Redakteur auf der Berliner Seite der Süddeutschen. Thierry Chervel ist Mitbegründer des Perlentauchers. Er hat auch an der Website für seinen jüngst verstorbenen Vater Marc Chervel mitgearbeitet.
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Historikerstreit 2.0 - eine Chronologie

Essay 20.06.2021 Von der Mbembe-Debatte über das Papier der "Initiative GG 5.3 Weltoffenheit" bis zur "Jerusalem Declaration" und A. Dirk Moses' Spott über den "Katechismus der Deutschen": Die Saison 20/21 wird nicht nur als die der Coronakrise in die Geschichte eingehen, sondern auch als Moment eines (zumindest eifrig betriebenen) Paradigmenwechsels in der Debatte über den Holocaust. Im ersten Historikerstreit hatte Ernst Nolte den Holocaust als "asiatische Tat" relativiert. Die Protagonisten des zweiten Historikerstreits stellen die Bedeutung des Holocaust von links, aus der Warte des Postkolonialismus, in Frage. Ein Überblick über die wichtigsten Texte der Debatte. Von Thierry Chervel

Historikerstreit 2.0, zweiter Teil

Essay 20.06.2021 Von der Mbembe-Debatte über das Papier der "Initiative GG 5.3 Weltoffenheit" bis zur "Jerusalem Declaration" und A. Dirk Moses' Spott über den "Katechismus der Deutschen": Die Saison 20/21 wird nicht nur als die der Coronakrise in die Geschichte eingehen, sondern auch als Moment eines (zumindest eifrig betriebenen) Paradigmenwechsels in der Debatte über den Holocaust. Im ersten Historikerstreit hatte Ernst Nolte den Holocaust als "asiatische Tat" relativiert. Die Protagonisten des zweiten Historikerstreits stellen die Bedeutung des Holocaust von links, aus der Warte des Postkolonialismus, in Frage. Ein Überblick über die wichtigsten Texte der Debatte. In diesem zweiten Teil geht um A. Dirk Moses' "Katechismus" und die Folgen. Von Thierry Chervel

Wo der Hammer hängt

Essay 04.03.2021 Laut Aleida Assmann, den versammelten deutschen KulturfunktionärInnen und über tausend zustimmenden KünstlerInnen kann man entweder einen richtigen oder einen falschen Antisemitismusbegriff haben. Wer letzteren verwendet, ist "rechts", weil er "Unterdrückungserzählungen monoploisieren" will. Krasser wurde der Holocaust seit Ernst Nolte nicht relativiert. Aber zum Trost hat diese Schule noch ein "Sowohl als auch" parat: BDS zum Beispiel ist sowohl falsch als auch richtig. Ein Paradigmenwechel, und wie er zu Politik wird. Von Thierry Chervel

Zwanzig Jahre Perlentaucher - ein Podium im Literaturhaus

In eigener Sache 09.03.2020 Aktualisiert: Wir müssen das Podium wegen der Corona-Krise leider absagen. Wir holen es an einem späteren Zeitpunkt nach! Als wir den Perlentaucher gründeten, gab es Youtube noch nicht. Google war in Deutschland unbekannt. Keiner wusste, was ein Blog ist. Von sozialen Medien ganz zu schweigen. Aber wir machen seit zwanzig Jahren Bücherpresseschau. Wie hat sich Literatur durch die Digitalisierung verändert? Am 26. März diskutieren Berit Glanz, Maren Kames und Kathrin Passig im Literaturhaus Berlin: "Das Neue erzählen". Von Thierry Chervel

Den Hocker wegziehen: Mohammad Rasoulofs "There is No Evil" (Wettbewerb)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 28.02.2020 Ausführlich, fast schon mit pädagogischer Geduld, und auch wohl an sein internationales Publikum gewandt, zeigt Mohammad Rasoulof in der ersten Episode seines Films, dass man in Teheran ein ganz gewöhnliches und keineswegs unkomfortables Leben leben kann. Der Supermarkt ist gut gefüllt, das Ministerium teilt einem eine ordentliche Portion Reis zu, man kann der kleinen Tochter den Wunsch erfüllen, abends eine Pizza essen zu gehen (sie muss natürlich vorher ihre Hausaufgaben machen). Aber auf dem Amt, auf dem Heshmat arbeitet, beginnt der Arbeitstag früh, der Wecker klingelt um drei. Von Thierry Chervel

Malessere: "Favolacce" der Brüder D'Innocenzo

Außer Atem: Das Berlinale Blog 26.02.2020 Der Film beginnt als unbehagliche Idylle und endet in herzzerreißender Traurigkeit. Er spielt in einer weit entfernten Vorstadt von Rom, in einer Reihenhaussiedlung, spießig, aber nicht arm. Die Männer tragen unsympathische Topffrisuren wie die Fußballer, die sie niemals die Chance gehabt hätten zu werden. Es ist nicht so, dass sich die Eltern um die Kinder - die eigentlich im Zentrum des Films stehen - nicht kümmern. Aber die Kälte zwischen den Personen ist in diesem Hitzesommer so unüberwindlich wie ein Alpenmassiv. Von Thierry Chervel

Zwei fette Fische: Abel Ferraras "Siberia" (Wettbewerb)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 25.02.2020 Das war schon Punk! Der Film beginnt in grünlich-flauem Restlicht. Schneelandschaft. Fast Tarkowski-like, aber gibt es bei Tarkowski Berglandschaften? Eine verlorene Hütte mit Blick auf düsteres Bergpanorama. Eine Kneipe, Willem Dafoe, alias Clint hinterm Tresen. Und ein Indianer kommt an, eine Pelzwurst sozusagen. So dick ist er eingewickelt, so kalt scheint es zu sein. Er redet indianisch, aber das macht nichts, Clint versteht schon, was er meint: ein Schnaps, bitte. Von Thierry Chervel
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