Perlentaucher-Autor

Angela Schader

Angela Schader, geboren 1957 in Zürich, studierte Anglistik, Germanistik und Literaturkritik. Sie war bis Ende 2020 zunächst als freie Autorin, dann als Literaturkritikerin und Mitarbeiterin der Feuilleton-Redaktion bei der Neuen Zürcher Zeitung tätig. Für den Perlentaucher schreibt sie regelmäßig "Vorworte" zu Neuerscheinungen.
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In solchem Boden schlägt man keine Wurzeln mehr

Vorworte 03.11.2025 Fast neidvoll sagen es die Schriftstellerkollegen: Hisham Matar habe infolge seiner Familiengeschichte "eine Menge Material". Der libysche Autor, dessen Vater vom Gaddafi-Regime entführt, gefoltert und ermordet wurde, schätzt solche Bemerkungen nicht; doch sein Land beschäftigt ihn - der seit langem in London lebt - nach wie vor. Sein neuer Roman entwirft ein im Exil entstehendes, komplexes Rhizomgeflecht von Freundschaften, ohne dabei die verbrannte Erde der Heimat aus dem Blick zu verlieren. Von Angela Schader

Gut geschlafen, bös erwacht

Vorworte 02.10.2025 Seit den Terroranschlägen des 11. September kennt die marokkanisch-amerikanische Schriftstellerin Laila Lalami das Gefühl, in den USA "Bürgerin auf Bewährung" zu sein und im Schatten eines Generalverdachts zu leben. Diese Erfahrung wie auch das Wissen um die wachsenden Mengen an Daten, die das Internet über jeden Nutzer amalgamiert, haben sich in ihrem jüngsten Roman zur Dystopie verdichtet. Komfort und Muße sollte nicht erwarten, wer "Das Dream Hotel" betritt. Von Angela Schader

"Was ist es, das uns aufscheuchen kann?"

Vorworte 05.09.2025 Die obige Frage formuliert Samanta Schweblin im Zusammenhang mit ihrem jüngsten Buch, aber sie ist dem gesamten Werk der argentinischen Autorin eingeschrieben. Die Antwort findet sie nicht unbedingt in der direkten Konfrontation mit Gegenwartsthemen: Schweblins meist in kurze Erzählformen gefasste Szenarien sind von bestechender Eigenwilligkeit - und sie zu ergründen bleibt der Leserin, dem Leser selbst überlassen. Von Angela Schader

Hinter den Spiegeln liegt kein Wunderland

Vorworte 14.07.2025 Seit Lewis Carrolls zweitem Alice-Roman wissen wir, dass sich hinter den Spiegeln seltsame und ungemütliche Welten auftun können. Das erfährt auch die Protagonistin in Katie Kitamuras "Die Probe": Spiegelungen sind eine Art Leitmotiv im Abschlussband der so klug wie raffiniert entwickelten Trilogie, in welcher die Schriftstellerin die Ambivalenzen von Passivität und weiblichem Rollenspiel auslotet. Aber Achtung: Bei Bedarf kann diese Autorin auch hinlangen, dass es so richtig wehtut. Von Angela Schader
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