Perlentaucher-Autor

Thekla Dannenberg

Thekla Dannenberg, 1970 geboren, studierte Politikwissenschaft am Otto-Suhr-Institut in Berlin, besuchte die Deutsche Journalistenschule in München und arbeitete als Redakteurin bei der taz. Von 2002 bis 2023 war sie Redakteurin beim Perlentaucher, und schrieb für etliche weitere Medien als Autorin und Kritikerin. 2014 erschien ihre Übersetzung von Robert Warshows Essayband "Die unmittelbare Erfahrung". Seit August 2023 unterrichtet sie an einer Berliner Grundschule in Lichtenberg.
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Die große Wunde

Wo wir nicht sind 06.04.2023 Marco Bellocchios Miniserie auf arte, "Draußen die Nacht", über die Entführung und Ermordung Aldo Moros, erinnert an die Eruption der politischen Gewalt in Italien in den siebziger Jahren. In seinem neu aufgelegten Pamphlet "Die Affäre Moro" kritisierte der sizilianische Schriftsteller Leonardo Sciascia beide Seiten: Die terroristischen Roten Brigaden, aber auch die harte Position der Regierung Andreotti, die nicht verhandeln wollte. Von Thekla Dannenberg

Auf dem Narrenschiff: "Sur L'Adamant" von Nicolas Philibert (Wettbewerb)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 25.02.2023 Die Adamant ist ein echtes Narrenschiff, ein wunderschönes Hausboot mit hölzernen Verschlägen, das an einem Quai der Seine mitten in Paris vor Anker liegt, im Schatten der Hochbahn und riesiger Platanen. Das Schiff dient mehreren psychiatrischen Krankenhäuser als Tagesklinik, sie ist das selten gewordene Beispiel einer zugewandten, offenen und freien Psychiatrie. Man kann nicht sagen, ob und wie die Patientinnen und Patienten hier therapeutisch behandelt werden, davon sehen wir nichts. Von Thekla Dannenberg

J-Pop und Fantasy: "Suzume" von "Makato Shinkai (Wettbewerb)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 23.02.2023 Seit der verehrungswürdige Hayao Miyazaki seine Ghibli-Studios geschlossen hat, wird dem japanischen Regisseur Makoto Shinkai gern die Rolle des legitimen Nachfolgers zugeschrieben. Seine Animes brechen in Japan alle Kassenrekorde. Und natürlich verbinden sich auch in Shinkais Filmen ganz wie bei Miyazaki das Realistische und das Fantastische, das Heute und das Gestern, der Mythos und die Hypermorderne. Von Thekla Dannenberg

Die Gewalt zum System gemacht. "El Juicio" von Ulises de la Orden (Forum)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 22.02.2023 Keine andere Militärdiktatur in Lateinamerika wütete so brutal und so grausam wie die argentinische Junta. Schon nach offiziellen Berichten fielen ihrer Herrschaft zwischen 1976 und 1983 mindestens 10.000 Menschen zum Opfer, Menschenrechtsorganisationen schätzen die Zahl der Toten eher auf 30.000. Erstaunlich ist, wie wenig diese Verbrechen im kollektiven Gedächtnis der Welt präsent sind, verglichen etwa mit Pinochets Herrschaft in Chile. Liegt es daran, dass Pinochets Putsch die sozialistische Utopie Salvador Allendes zerstörte? Oder an der Scham der Europäer, die 1978 die Fußball-WM in Argentinien feierten, ohne sich um das grausame Regime und seine Opfer zu scheren? Von Thekla Dannenberg
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