Aus dem Polnischen von Renate Schmidgall. "Jeden Tag entscheiden wir, ob wir die weiße Flagge der Kapitulation aus dem Fenster hängen oder den von kühnen Farben strotzenden Gobelin eines Gedichts", sagt Zagajewski. Asymmetrie ist das Leitmotiv seiner neuen Gedichte, ob in der Beziehung zwischen früher und heute, Frieden und Krieg, Polen und Deutschen, Lebenden und Toten. Einige seiner schönsten Gedichte erzählen von der Asymmetrie zwischen dem Sohn und seiner lange verstorbenen Mutter. "Das Wunderbare ist schüchtern geworden, es ist schwer zu finden, schwer zu erinnern, festzuhalten." Adam Zagajewski findet das Wunderbare im Alltäglichen und macht daraus große Poesie.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.02.2018
Harald Hartung sieht in Adam Zagajewski einen auf hohem Niveau Zweifelnden. Den unzweifelhaften Rang des Dichters im Hinterkopf, erkennt er in den 50 neuen, von Renate Schmidgall "präzis" übertragenen Gedichten die Verneinung einer Philosophie harmonischer Welten. Wie der Autor jegliches Ebenmaß negiert, scheint Hartung allerdings meisterlich, gleich, ob der Autor biografisch oder poetologisch unterwegs ist, der Wahrheit in der Alltagstrivialität nachspürt oder sympathetische Porträts der Eltern, des Frisörs oder Werner Heisenbergs zeichnet.
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