Mit Illustrationen von Véronique Deiss. Aus dem Französischen von Anne Braun.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 08.11.2000
Judith von Sternburg bespricht zwei Bücher, die unter anderem die Peinlichkeiten, denen Kinder seitens ihrer Eltern ausgesetzt sind, zum Thema haben.
1) Agnès Desarthe: "Lionel wie Karamell"
Die Rezensentin hält nicht viel vom deutschen Titel, der im Französischen "Die großen Fragen" lautet und ihrer Meinung nach eher den Kern des Buches trifft. Deshalb findet sie die Gespräche der Protagonistin mit ihrer Freundin, die sich um wichtige Fragen des Lebens drehen, auch viel "interessanter" als die Liebesgeschichte, die ebenfalls im Buch entwickelt wird. Zu der "heiteren Geschichte", der man die Lust der Autorin am Albernsein anmerke, passten die Illustrationen gut, lobt die Rezensentin, die die Bilder, ohne ins Detail zu gehen, als "eher verrückt" charakterisiert.
2) Andreas Schendel: "Lotte und die Wüstenfreundschaft"
Knapper geht die Rezensentin auf dieses Buch ein, dessen Protagonistin Lotte unter ihren schlampigen Eltern leidet. Die räumen nämlich nur ein Mal im Jahr auf! Der Autor schlage hier einen "weniger ausgelassenen Ton" an, der dem Gegenstand der Geschichte auch angemessen sei, bemerkt die Rezensentin. Das gute Ende des Buches allerdings findet sie etwas "zu schön um wahr zu sein" und auf die Illustrationen geht sie mit keiner Silbe ein.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 18.10.2000
Rezensentin Claudia von See kennt sich aus. Wer auch nicht? Die Zeit der Klassenfahrten beginnt schließlich für die meisten in der Grundschule. Und da riecht es dann nach Schweiß und Hagebuttentee, kommen Heimweh, Verliebtheit und Abenteuerlust ins Spiel. Agnes Desarthe bietet für diese Gelegenheit die passende, `schnörkellos` und `unterhaltsam` verfasste Reiselektüre an, meint die Rezensentin. `Perfekt` ergänze zudem Véronique Deiss mit ihren Zeichnungen - `dahingekrakelt, als wären sie auf dem Heftrand einer langen Mathestunde entstanden` - Samiras und Lenas Abenteuer. Und die, munkelt von See, sind vielleicht für manches Reisekind sogar so spannend, dass sie dazu verführen, noch heimlich unter der Bettdecke mit der Taschenlampe weiterzulesen.
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