Treusorgender Familienvater, knallharter Mafia-Boss und Liebling der MassenSchutzgelderpressung, Prostitution, illegales Glücksspiel, organisierte Kriminalität: Al Capone, genannt Scarface, war ein erfolgreicher Geschäftsmann der Chicagoer Unterwelt. Rigoros nutze der mehrfache Mörder die Aufstiegschancen des kapitalistischen Wirtschaftssystems. Seine kriminelle Karriere begann bereits in seiner Geburtsstadt New York, wo er als Kind europäischer Einwanderer mit Diskriminierung konfrontiert wurde. Doch er forderte für sich einen Anteil am amerikanischen Traum ein - ein Ziel, dass er radikal verfolgte.Alfred Hornung zeichnet in seiner konkurrenzlosen Biografie Al Capones Werdegang nach. Dabei beleuchtet er auch den Mythos, in dem spürbar die Faszination für brutale Gewalt mitschwingt, die Alphonse Gabriel "Al" Capone geschickt hinter Seriosität und Freundlichkeit verbarg.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.02.2022
Rezensent Andreas Rossmann erkennt die vielen Parallelen zwischen Trump und Al Capone in Alfred Hornungs Biografie des berüchtigten Verbrechers. Aber darum geht es dem deutschen Amerikanisten gar nicht im Wesentlichen, auch wenn er die Entsprechungen immer wieder bemüht, fährt der Kritiker fort. Vielmehr analysiert Hornung, weshalb Al Capone auch noch 75 Jahre nach seinem Tod unvergessen ist, so Rossmann. Er liest, wie rassistische Diskriminierung die Kehrseite des amerikanischen Traums hervorbrachte. Anhand chronologisch und sachlich erzählter Lebenstationen folgt er Capone von der Streetgang in Brooklyn über das Bordell- und Glücksspielimperium in Chicago bis in den Knast auf Alcatraz. Eine Analyse der Organisation des Syndikats vermisst der Kritiker allerdings, ein wenig mehr Entzauberung der Legende hätte dem Buch außerdem gut getan, meint er.
Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…