Jetzt ist es endlich wieder greifbar, das 1957 erstmals erschienene Buch, das der Rosenschriftsteller Servais Lejeune das Herz aller Rosenbücher nannte. Kein opulenter Bildband erwartet den Leser, sondern ein Lesebuch, in dem Alma de l?Aigle kenntnisreich von ihrem lebenslangen Umgang mit Rosen erzählt. Nicht nur für die Schönheit von Rosen alleine möchte l?Aigle Augen und Nase öffnen und schärfen. Sie verfolgt auch ein zutiefst praktisches Anliegen: dem Leser bei der richtigen Wahl und Pflege seiner Rosen zu helfen. Dabei kommen Fragen zur Züchtung, Wuchsformen, Standortwahl u.a ins Spiel.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 08.05.2002
Für Hobbygärtner nicht geeignet - warnt Stefan Rebenich. Alma de l'Aigles Rosenbuch aus den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts, in einem Reprint neu erschienen, ist für ihn vielmehr ein Dokument der Kultur- und Sozialgeschichte. Aus zweierlei Gründen. Immerhin hat die in Hamburg lebende Rosenexpertin etwa 700 Rosenarten zusammengetragen und mit ihren unterschiedlichen Duftnoten beschrieben. Diese Übersicht spiegelt für Rebenich veraltete Vorlieben jener Zeit, die historischen Exkurse der Autorin empfindet er als bildungsbeflissen und ermüdend, die Manie lauttreuer Wiedergabe fremdsprachlicher Rosennamen erregt seine Heiterkeit, die Mittel zur Schädlingsbekämpfung entsprechen keineswegs unseren umweltfreundlicheren Standards von heute. Darüber hinaus glaubt er, dass für de L'Aigle die autodidaktische Fortbildung zur Rosenexpertin einen Emanzipationsakt darstellte - allerdings den Konventionen ihrer bürgerlichen Herkunft verhaftet, wo man die Frau des Hauses gerne auch den Garten pflegen sah. Zur Qualität der Abbildungen macht Rebenich keine Anmerkungen.
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