Aus dem Amerikanischen von Brigitte Walitzek. Die ehrgeizige Berkeley-Studentin Parvin Schams fühlt sich zwischen den liberalen Ideen ihrer charismatischen Professorin und den Erwartungen ihres konservativen afghanisch-amerikanischen Umfelds hin- und hergerissen. Da eröffnet ihr ein Buch eine ungeahnte Möglichkeit, die Theorie in die Praxis umzusetzen und ihre Bestimmung zu finden: Ein Arzt erzählt darin von seinem humanitären Engagement für afghanische Frauen. Parvin ist so begeistert, dass sie für seine Stiftung arbeiten und zugleich ihre Wurzeln erkunden will. Doch vor Ort entdeckt sie, dass die von ihm erbaute Geburtsklinik leer steht und die Bewohner des Dorfes sich seltsam abweisend verhalten. Nach und nach findet Parvin im Gespräch mit ihnen heraus, was es damit auf sich hat. Als Parvins Professorin vertrauliche E-Mails ungefragt veröffentlicht, eskaliert der schwelende Konflikt zwischen Einheimischen und ihren selbsternannten Wohltätern.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 18.05.2021
Rezensent Claus-Jürgen Göpfert legt den Roman von Amy Waldman resigniert zur Seite. Das im amerikanischen Original bereits 2019 erschienene Buch führt ihm die militärischen Prämissen des Krieges in Afghanistan noch einmal eindrucksvoll vor Augen, das Unverständnis des Westens gegenüber der Bevölkerung, die Rolle der Medien und die ganze Sinnlosigkeit dieses Krieges. Auch wenn es sich um einen spannend geschriebenen Roman handelt, nicht um eine politische Analyse, verhilft das Buch dem Rezensenten zu einer eigenen Einschätzung, so wie ein Lehrstück.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.02.2021
Rezensent Hannes Hintermeier gibt zu, dass seine Einwände gegen den Roman der US-Journalistin Amy Waldman über eine junge Landsmännin der Autorin mit afghanischen Wurzeln, die es in die Einfachheit afghanischer Lebensverhältnisse zieht und die dort mit dem patriarchalisch geprägten Alltag der Afghaninnen konfrontiert wird, von den im Text gestellten klugen Fragen fortgewischt werden. Dass die Figur schwer trägt an Ideen und Schicksal und sie psychologisch nicht immer überzeugt, dass der Schluss wie ein Kriegsfilm wirkt, scheint Hintermeier angesichts der transportierten Einsicht über die fragwürdige Moral des Westens verkraftbar.
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