Der 1. FC Köln (samt Ziegenbock) ist eine Institution in der Domstadt. Das kam, verdamp lang her, irgendwie einem kleinen Jungen zu Ohren. Der war zwar kein kölsche Jung und nicht aus dem Veedel, doch weil ganz Kölle eine einzige Familie ist, darf auch ein Nordlicht den FC gern haben. Frei nach dem Motto: Et hätt noch immer jot jejange. Auf diesen Seiten erfahren die weltgewandten Feingeister aus Köln (inklusive aller anderen Erdenbewohner) in höchst literarischer Manier, warum das so kam und nicht anders.
Uli Hannemann sind die 130 Seiten am Ende viel zu wenig, die Andreas Merkel seinem Lieblingsverein und seiner Lieblingssportart widmet. So klug und unterhaltsam und komisch scheinen Hannemann die Versuche des Autors, das nerdhaft Verehrte auch intellektuell zu durchdringen. Wie Merkel das anstellt, mit zwischen Weisheit und Flapsigkeit schillerndem Blick ins Unendliche, über das Private, Popkulturelle und Philosophische hinweg, findet Hannemann witzig. Dass der Autor sich die Selbstironie bewahrt, etwa, wenn er über seine Rolle in der Nationalelf des Autorenfußballs schreibt, scheint dem Rezensenten hilfreich.
Nelio Biedermann: Lázár Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Ulf Poschardt: Bückbürgertum Gefährlicher als die Shitbürger sind die Bückbürger. Jene Konservativen und Liberalen, CEOs und Manager, Bischöfe und Intellektuelle, Kanzlerinnen und Kanzler die - wider…