Angela Krauß

Eine Wiege

Cover: Eine Wiege
Suhrkamp Verlag, Berlin 2015
ISBN 9783518424681
Gebunden, 120 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

Es waren kleine Fotografien, aufgenommen von ihrem Vater in den Fünfzigerjahren, die Angela Krauß zu diesem ungewöhnlichen Bekenntnis bewegten. Aus Mutter, Vater, Kind tritt der Mensch in die Welt. Mit der ihr eigenen sublimierenden Kraft erkennt Angela Krauß ihn inmitten seiner Geborgen- und Verlorenheit. Mit diesem Buch wagt sie "die einzig ersehnte Konsequenz des Dichtens: dass meine Person in ihrer poetischen Gestalt restlos auf- also untergeht". "Eine Wiege" ist eine Rede in Versen, die uns daran erinnert, wo wir inmitten rasanter Bewegungen zuhause sind.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.08.2015

Ein wahres Juwel hat Rezensentin Wiebke Porombka mit Angela Krauß' schmalem Band "Eine Wiege" entdeckt. Sanft schaukelnd lässt sich die Kritikerin von der Autorin mit in ihre Kindheit nehmen, streift dabei immer wieder die großen Fragen des Daseins und zeigt sich vor allem berührt von den wenigen privaten Schwarzweiß-Aufnahmen, die den poetischen Text begleiten und das Gefühl einer "universellen Verlorenheit" hervorrufen. Insbesondere die stillen, nahezu beiläufig wirkenden Passagen bannen die Rezensentin, die bedauert, dass solch bescheidene, melancholische und gleichsam intensive Werke immer seltener werden.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 07.08.2015

Burkhard Müller schwingt sich in Anbetracht von Angela Krauß' Gedichten selbst in die Höhen der Poesie hinauf: "Nicht das animalische Sterbenmüssen ist das traurig erschreckende Faktum; sondern die Plötzlichkeit, mit der ein Vorrat, der unaufhörlich angewachsen war, jäh annulliert wird", heißt es da etwa. Wie auch die Lyrikerin sinniert Müller über den Blick des Alternden auf die eigene Kindheit und zitiert: "Eines Tages werde ich gelebt haben". Und dann sei da auch noch die Verwunderung darüber, dass es derselbe Mensch ist, der sich erinnert und dem die Erinnerungen gelten. Krauß habe in der DDR zu den Hoffnungen des sozialistischen Romans gehört, schreibt der Rezensent, ihre Schaffenskraft habe seitdem aber immer weiter nachgelassen. Die Gedichte im Band "Eine Wiege" sind für Müller zu "durchlässiger Leichtigkeit gediehen" und scheinen für ihn die beigefügten Kindheitsfotos der Lyrikerin in sich aufzunehmen.
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