Ann Cotten

Florida-Räume

Gedichte
Cover: Florida-Räume
Suhrkamp Verlag, Berlin 2010
ISBN 9783518421321
Gebunden, 285 Seiten, 19,80 EUR

Klappentext

"Mit Schreiben Geld verdienen? Ihre intimsten Gedanken preisgeben?" Selbstredend haben die Menschen auf unseren Aufruf reagiert und Texte eingesandt. Einige sind in der vorliegenden Mappe versammelt, die wir vorläufig "Florida-Räume" betitelt haben, nach einer der eigenwilligsten Einreichungen. Ihr Verfasser ist die Marienfelder Schule, eine Gruppe philosophierender Hunde, deren einer, ein Cockerspaniel, als Architekturkritiker in einer Kleingartensiedlung auf die zu durchleuchtende Form kommt: die provisorische Ausbuchtung, das angelehnte Glashaus, die postmoderne Gemütskrankheit, der Florida-Room. Andere Individuen haben Gedichte eingereicht, so etwa Bettine, Bettines Mutter, eine revolutionäre Köcherfliege und eine ehemalige Stasi-Agentin, die ihre Träume protokolliert. Die einzelnen Texte sind, fürs bessere Verständnis, mit unseren Kommentaren versehen. Auch Ann Cotten nimmt teil an dem von einer außerirdischen Macht veranstalteten Schreibwettbewerb. Und liefert eine ungeduldige Raketenbohrung durch unser irdisches Dasein.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.01.2011

Ein schillerndes Gesamtkunstwerk hat Friederike Reents gelesen. Oder soll man sagen, sie hat es als Cockerspaniel, zugehörig der Marienfelder Schule an der langen Leine durchlaufen, mal hier, mal dort begeistert schnuppend? Viel mehr, als dass es sich bei Ann Cottens Buch um einen Sammelband heterogener Texte mit mysteriöser Herausgeberschaft handelt, ein hermetisches Kunstwerk, vermag Reents uns nicht mitzuteilen. Oder doch: Gattungsmäßig schlägt die Prosa die Lyrik, soviel. Und ein Hund kann ein gutes Medium sein, theoriefest und symbolfähig, und ein guter Führer durch eine labyrinthische Utopie namens "Florida-Räume".

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 16.09.2010

"Ein starkes Stück" nennt Jochen Jung dieses fast 300 Seiten starke "Elementarbuch" und feiert die amerikanische Wienerin Ann Cotten als Jeanne d'Arc der Dichtkunst, die selbige zurück in relevante Höhen von Sprache, Form und vor allem der Kunst führe. Es handelt sich um "sechs Konvolute Lyrik und vier Prosastücke", wie wir lesen, wobei speziell die Prosa dem Kritiker sehr dicht, vielleicht sogar "etwas blickdicht" erscheint. Manchmal drängt sich auch das Kulturkritische für seinen Geschmack allzu selbstgewiss vor. Auch fühle man sich als Leser manchmal dumm, wie  der Rezensent eingestehen muss. Und doch: die Gedichte reißen ihn immer wieder hin, und er zählt sie "ab sofort zum Besten", was die deutschsprachige Lyrik dieser Tage kann.
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