Antonio Machado

Nuevas canciones. Neue Lieder

De un cancionero apacrifo. Aus einem apokryphen Cancionero
Cover: Nuevas canciones. Neue Lieder
Ammann Verlag, Zürich 2007
ISBN 9783250104735
Gebunden, 377 Seiten, 34,90 EUR

Klappentext

Aus dem Spanischen und herausgegeben von Fritz Vogelgsang. Vielgestaltig, überraschend, mit grimmigem Humor und voller, irdischer Stimme tritt uns das große Spätwerk Antonio Machados entgegen. Der Dichter ist Vierundvierzig, als er 1919 seine selbstgewählte Verbannung im andalusischen Baeza aufgibt und nach Segovia wechselt, wo er eine Anstellung als Philosophielehrer am Gymnasium findet. Der Band versammelt neben den Neuen Liedern, dem letzten, unter eigenem Namen veröffentlichtem Gedichtband, auch die Gedichte aus einem apokryphen Cancionero, in denen Machado unter der Maske des Gelehrten die poetischen Hervorbringungen seiner beiden Erfindungen Juan de Mairena und Abel Martin herausgibt und kommentiert. Selbstauskunft, poetologische Reflexion und Spiel mit der eigenen Dichtung gehen dabei Hand in Hand.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.11.2007

Nicht weniger als der beliebteste Dichter Spaniens sei Antonio Machado, stellt der Rezensent Hans-Martin Gauger fest. Im Ausland aber, in Deutschland gar, ist von diesem Ruhm wenig zu spüren. Zu wenig auch war all die Jahre übersetzt, mit der seit 1996 erschienenen neuen Werkausgabe, deren letzter Band nun vorliegt, soll sich das aber ändern. Gauger charakterisiert Machados Gedichts als durchaus unvirtuos und nicht nur dem ersten Anschein nach einfach. Allerdings liege in dieser Einfachheit ihre ganz eigene "Magie", denn oft klingen sie, meint er, als hätten sie sich von selbst geschrieben. Leicht übersetzbar sind sie deshalb, warnt er freilich sofort, keineswegs. Die Gefahr bestehe etwa darin, übermäßig zu poetisieren, was poetisch eben deshalb ist, weil es nicht poetisiert. Der Übersetzer Fritz Vogelgsang hat sich, lobt Gauger, der heroischen Aufgabe der Machado-Gesamtübersetzung im Ganzen mit Bravour entledigt, obgleich er die perfekten Lösungen, die es nicht gibt, denn auch nicht gefunden hat. Der nachträglichen Entdeckung eines bedeutenden Dichters sollte jetzt dennoch, so kann man Gaugers Rezension entnehmen, nichts mehr im Wege stehen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 28.04.2007

Von Kryptik keine Spur, scheint sich Andreas Dorschel zu freuen. Allerdings bloß, weil Antonio Machado stattdessen direkt genug schreibt und so temperamentvoll, wie es der Rezensent von einem alten Mann wohl nicht erwartet hätte. Dass hier einer "schlicht aus dem Herzen" dichtet, will Dorschel aber auch nicht behaupten. Zu vielstimmig sind die Texte der beiden Sammlungen aus den 1920er und 30er Jahren. Und zu offenkundig der Wille, diese Polyphonie zu erhalten. Staunen macht Dorschel auch das "Neudenken" der Gedichte "im Sprachgeist des Deutschen" durch den Übersetzer Fritz Vogelgsang: Das schimmert, blinkt und strahlt wie ein "nächtlicher Regenbogen".

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