Herausgegeben von Angelika Neuwith, Andreas Pflitsch und Barbara Winckler. Das Buch "Arabische Literatur, postmodern" stellt die zeitgenössische Literatur der arabischen Welt vor. Dabei ist den Herausgebern vor allem daran gelegen, diese Literatur aus ihrem europäisch-westlichen Rezeptionskontext herauszuholen, der sich vor allem an einer behaupteten Exotik orientiert. Das pittoreske Element, bei dem Armut und Rückständigkeit beim westlichen Leser Mitgefühl und Sehnsucht nach vergangenen Zeiten und deren vorgeblichen Einfachheit wecken sollen, bestimmen Auswahl und Ausstattung der auf dem europäischen Buchmarkt präsenten arabischen Werke. Diese Exotisierung der modernen arabischen Literatur wird deren Vielfalt und Qualität nicht gerecht und verhindert zudem einen kulturellen Austausch: Wenn die literarische Auseinandersetzung der arabischen Kultur mit der Moderne nicht wahrgenommen wird und wenn die vielstimmigen Reaktionen auf die Prozesse der Globalisierung nicht vernehmbar gemacht werden, bleibt der immer wieder geforderte Dialog unausgeglichen und damit chancenlos. Das Buch "Arabische Literatur, postmodern" stellt eine außereuropäische Literatur vor, die auf Augenhöhe mit anderen Weltliteraturen unsere Gegenwart reflektiert und sich mit ihrer Brüchigkeit und Vielfalt, mit ihren Risiken und Wirkungen auseinandersetzt, ohne dabei ihre eigenen Traditionen zu verleugnen oder zu vergessen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 16.04.2005
Lesenswert findet Rezensent Ludwig Ammann diesen Band, in dem junge deutsche Arabisten und Romanistinnen 21 führende Romanciers und 3 Dichter der letzten vier Jahrzehnte aus der arabischsprachigen Welt in kurzen Essays vorstellen. Das Attribut "postmodern" im Titel des Bandes sollte man seines Erachtens aber nicht allzu ernst nehmen. Für Mitherausgeber Andreas Pflitsch genüge bereits das "Ende der Illusionen", das "Abstand zu den Gewissheiten der Moderne" verschaffe, um als postmodern zu gelten. Ammann zählt Schriftsteller wie Edwar al-Kharrat und Abdarrahman Munif, Adonis und Mahmud Darwisch, Tahar Ben Jelloun und Assia Djebar ohnehin zu den "Stimmen im Konzert der zeitgenössischen Weltliteratur, die es mit jeder anderen aufnehmen können". Postmodern erscheint ihm hier vor allem der "akademische Jargon und das beflissene Theorie-Dropping", mit dem manche Autoren ihre Essays spicken.
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 23.09.2004
Zunächst stellt der Rezensent Navid Kermani Angelika Neuwirth, die an der FU Berlin Arabistik lehrt, als "eine der weltweit angesehensten Koranwissenschaftlerinnen" vor. Den von ihr mitherausgegebenen Band mit Porträts von 24 arabischen Autoren der Gegenwart nennt er eines der "Glanzlichter" der anlässlich des Buchmessenschwerpunkts zur arabischen Literatur erscheinenden Werke. Keine Unterschiede macht der Band, was die Sprache angeht, in denen die Autorinnen und Autoren schreiben, sei es "Französisch, Englisch, Arabisch oder Hebräisch". Einzelheiten erfährt man nicht, Kermani erhofft sich von diesem eine Lücke füllenden Band jedenfalls eine segensreiche Wirkung. Kein "deutscher Literaturpapst" soll je wieder sagen dürfen, "er sei stolz, noch kein Buch des ersten arabischen Literaturnobelpreisträgers gelesen zu haben".
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