Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 26.05.2004
Die Entdeckung eines bislang unbekannt gebliebenen Briefwechsels zwischen dem Dichter Paul Celan und dem Romancier Günter Grass verdankt Jürgen Berger dem Germanisten Arno Barnert, der im Zuge seiner Promotion über Celan im Berliner Archiv der Künste sowie dem Marbacher Literaturarchiv auf diese Briefe stieß und nun mitsamt Kommentar in der Zeitschrift des Heidelberger Instituts für Textkritik publiziert. In den Jahren 1956 bis 1960 hatte Grass in Paris gelebt, aus dieser Zeit datieren die Freundschaft und die meisten Briefe der beiden Männer, die sich gegenseitig unterstützten, austauschten, lobten und verteidigten. Von Anfang an, meint Berger, hätte sich Celan als der eifrigere, intensivere Briefschreiber erwiesen, der wohl auch "Seelenverwandtschaft suchte". Nachdem Celan 1960 den Büchner-Preis erhalten hatte und für seine Rede heftig angefeindet wurde, kühlte die Freundschaft merklich ab; Celan, so vermutet Jürgen Berger, hatte sich von Grass mehr Unterstützung versprochen. Grass scheint dann den Kontakt abgebrochen zu haben, fünf (nicht abgeschickte) Briefe Celans zeugten von dem Versuch, die Freundschaft zu retten.
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